Depression
Das Ende der seelischen Belastbarkeit
Ursachen und Selbstschutz
Die „Maskierte Depression“
Körperliche Signale
Achtung: Freunde und Familie
Test: Sind Sie depressiv?
Nicht jede gedrückte Stimmungslage ist gleich eine Depression. Erst wenn diese Gemütsstörung lange dauert, sehr intensiv erlebt wird und immer wieder auftritt, handelt es sich um das Krankheitsbild einer Depression.
Die Ursachen können organische Erkrankungen sein, wesentlich häufiger sind aber äußere Einflüsse. Dazu gehören kritische Ereignisse im Leben wie der Tod eines Angehörigen oder Freundes, der Verlust des Arbeitsplatzes, der Beginn des Ruhestandes oder auch biologische Krisenzeiten wie Pubertät, Schwangerschaft, Wochenbett, Klimakterium, altersbedingte Demenz, aber auch Erschöpfungszustände nach Operationen oder langen Krankheiten.
Der Selbstschutz
Der Körper schottet sich zum Selbstschutz ab und reagiert mit verschiedenen Symptomen. Die Diagnose „Depression“ liegt deshalb nicht immer gleich auf der Hand, denn diese Krankheit verbirgt sich hinter körperlichen Störungen und kommt in Phasen. Oft werden vorrangig erst einmal die Symptome behandelt, um Linderung zu schaffen. Danach müsste aber eine intensive Ursachenforschung einsetzen. Leider fehlt vielen Ärzten dafür die Zeit, viele Patienten bevorzugen auch die schnelle Hilfe und scheuen den seelischen Offenbarungseid. So treten die Beschwerden immer wieder auf und häufig wird von Arzt zu Arzt gewechselt.
Die Depression versteckt sich
Eine Depression versteckt sich hinter einer Vielzahl von Krankheitszeichen. In vielen Fällen handelt es sich um die sogenannte „maskierte Depression“. Ein typischer Vertreter ist der Hypochonder.
Nur im Idealfall, so Prof. Dr. med. Müller vom Creutzfeld-Institut in Kiel, ist ein depressiver Mensch auf den ersten Blick zu erkennen. Er macht einen bedrückten, niedergeschlagenen und traurigen Eindruck; er spricht wenig oder mit leiser und monotoner Stimme. Seine Körperhaltung ist gebeugt, der Gang schwer, die Haut ist blass und welk, Mimik und Gestik sind schlaff und unsicher.
Wenn körperliche Anzeichen wie Mattigkeit, Gewichtsverlust, Schlaflosigkeit, Impotenz, unregelmäßige Periode oder Magen-Darmstörungen auftreten, wird es höchste Zeit für einen Arztbesuch. Oft handelt es sich dann bereits um eine mittelschwere Depression. Dieses Stadium ist besonders gefährlich, weil die Betroffenen noch genügend Energie für einen Selbstmord (Suizidimpuls) haben.
Achtung:
Familie, Freunde und Kollegen: aufgepasst! Hier bedarf jemand der besonderen Zuwendung. Auch wenn es einfacher und angenehmer ist, sich mit heiteren Siegertypen zu umgeben, Zuneigung, Lob und Anerkennung sind angezeigt.
Die körperlichen Signale einer Depression
- Herzbeschwerden
- Niedriger Blutdruck
- Kopfschmerzen
- Rückenschmerzen
- Verdauungsbeschwerden
- Schlafstörungen
- Kein Appetit
- Unregelmäßige Periode
- Impotenz
- Innere Unruhe
- Angstzustände
- Selbstzweifel
Prominente Depressive
Ludwig v. Beethoven, Marylin Monroe, Ernest Hemingway, Winston Churchill, Abraham Lincoln, Lew Tolstoi
Depression behandeln
Jeder vierte Patient, der heute eine Arztpraxis aufsucht, leidet an seelisch bedingten Störungen und 13 bis 20 Prozent der Bevölkerung sind depressiv. Davon geht die Weltgesundheitsorganisation aus. Frauen sind übrigens häufiger betroffen als Männer.
Behandelt werden Depressionen meistes mit einer Kombination aus:
Medikamenten,
Lichttherapie und
Psychotherapie (autogenes Training, Gespräche etc.).
Bei den Medikamenten kennt sie fast schon jeder: die Tranquilizer, mit denen besonders die organisch bedingten endogenen Depressionen behandelt werden können. Sie sind rezeptpflichtig, denn Nebenwirkungen müssen beobachtet werden und manch einer würde sich auch schnell an die „Stimmungsaufheller“ gewöhnen. Viele Ärzte und Patienten bevorzugen deshalb Phytomarmaka, die seit 1990 einen regelrechten Boom erleben.
Bereits jede vierte Verschreibung von Antidepressiva beruht auf Johanniskraut. Diese Heilpflanze ist als „Sonne von innen“ zur Verbesserung der Stimmungslage schon seit dem Altertum bekannt. Auch bei beginnender Alzheimer, die in 30 bis 50 Prozent mit Depressionen einhergeht, konnten mit Johanniskrautpräparaten gute Erfolge erzielt werden. Der Stoffwechsel wird dabei nicht beeinflusst, aber die Melatoninausschüttung günstig reguliert.
Warum Johanniskraut so gut als Antidepressiva wirkt, ist nicht genau bekannt. In über 100 klinischen Studien wurde die Wirkung, ohne Nebenwirkungen, aber in den letzten Jahren dokumentiert. Sicher ist, dass es sich um mehrere Wirkstoffe handelt, die sich ergänzen und über den Hirnstamm regulierend auf Hormone und Enzyme einwirken. In Apotheken sind Johanniskrautpräparate als Öl für äußere Einreibung, als Tee oder als Tabletten und Kapseln rezeptfrei erhältlich.
Während der Einnahme sollte auf Sonnenbäder verzichtet werden, da es zu sensiblen Hautreaktionen kommen kann. Nicht verzichten sollten Betroffene auf einen Arztbesuch, auf Gespräche mit Freunden, auf autogenes Training und viele Dinge, die Spaß machen.
Und übrigens:
Bei einer Psychotherapie muss darauf geachtet werden, dass die Patienten nicht genau an die Situation „angepasst“ werden, gegen die sie eigentlich mit ihrer Depression rebellieren.

Test: Sind Sie depressiv?
Die folgenden Testfragen sollen Ihnen helfen herauszufinden, ob Sie an einer Depression leiden. Die Bewertungsskala reicht von 1 bis 4. Sie geben sich einen Punkt, wenn Sie „überhaupt nicht“ zustimmen und vier Punkte, wenn Sie „voll“ zustimmen.
| Ich fühle mich kraftlos und träge | 1 | 2 | 3 | 4 |
| Ich denke daran, mit dem Leben Schluss zu machen | 1 | 2 | 3 | 4 |
| Mein Appetit ist schlecht | 1 | 2 | 3 | 4 |
| Ich weine leicht | 1 | 2 | 3 | 4 |
| Ich fühle mich eingeengt und eingeschlossen | 1 | 2 | 3 | 4 |
| Ich habe ohne Grund Angst | 1 | 2 | 3 | 4 |
| Ich fühle mich traurig | 1 | 2 | 3 | 4 |
| Ich fühle mich in der Ausführung meiner Arbeit gehemmt | 1 | 2 | 3 | 4 |
| Ich sorge mich zuviel | 1 | 2 | 3 | 4 |
| Ich habe das Gefühl, dass ich das Interesse an vielem verliere | 1 | 2 | 3 | 4 |
| Es fällt mir schwer, Entscheidungen zu treffen | 1 | 2 | 3 | 4 |
| Ich blicke hoffnungslos in die Zukunft | 1 | 2 | 3 | 4 |
| Ich habe Konzentrationsstörungen | 1 | 2 | 3 | 4 |
| Ich denke an Sterben und Tod | 1 | 2 | 3 | 4 |
| Ich habe das Gefühl, dass ich mich zu allem anstrengen muss | 1 | 2 | 3 | 4 |
| Selbst mitten unter Leuten fühle ich mich einsam | 1 | 2 | 3 | 4 |
Auswertung
Zählen Sie die angekreuzten Zahlen zusammen. Wenn die Summe einen Wert unter 30 ergibt, dann sind sie manchmal niedergeschlagen, aber noch lange nicht depressiv.
Liegt Ihr Punktwert über 30, dann neigen Sie zu Depressionen, die aber nicht stark ausgeprägt sind.
Bei einem Wert über 40 wäre es sinnvoll, einen Experten zu Rate zu ziehen. Sprechen Sie zunächst einmal mit dem Arzt Ihres Vertrauens. Lassen Sie sich von ihm eventuell zu einem Psychologen oder Nervenarzt überweisen und gründlich untersuchen.
Und übrigens:
Ein hoher Wert sollte Sie nicht beunruhigen, sondern ermuntern, professionellen Rat in Anspruch zu nehmen.
Artikel geschrieben von Karin Springefeld











