Gesunde Venen
Liegen und laufen ist besser als sitzen und stehen
- Risikofaktoren für die Venen
- Eine Thrombose ist ein Notfall
- Tipps für die Venen
- Günstige und ungünstige Sportarten
Schwere, müde und geschwollene Beine sind ein typisches Kennzeichen für eine Venenschwäche. Der Rückfluss des Blutes zum Herzen ist verlangsamt. Eine Kette von krankhaften Veränderungen kann die Folge sein, wenn zögerlich oder falsch behandelt wird. Ein Heilerfolg wird sich aber nicht allein mit einer Salbe oder einem Medikament einstellen, sondern erst mit begleitenden natürlichen Maßnahmen.
Risikofaktoren für die Venen
- Mangel an Bewegung
- Familiäre Veranlagung
- Übergewicht
- Schwangerschaft
- Sitz- und Stehberufe
- Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen
Die häufigste Ursache für Venenerkrankungen ist mangelnde Bewegung. Eine familiäre Veranlagung scheint auch eine Rolle zu spielen. Durch gezielte Vorbeugung kann ihr aber entgegengewirkt werden. Bei älteren Menschen kommt es häufig zum Verlust an Elastizität oder zu Verletzungen der Venenwände. Weitere Ursachen können eine Herzschwäche oder die veränderte Zusammensetzung des Blutes durch andere Erkrankungen sein.
In neunzig Prozent der Fälle erkranken „nur“ die Beinvenen. Es können sich Besenreiser, Krampfadern (Varikosis) oder auch die gefährlichen Thrombosen bilden. Die sogenannten Besenreiser – kleine blaue Adern an der Hautoberfläche – sind völlig harmlos, treten oft schon in jungen Jahren und besonders bei Frauen auf.
Zur Erweiterung einer Vene am Bein kann es kommen, wenn sich das zum Herzen zurückfließende Blut staut, weil die Venenklappen nicht mehr gut schließen. Wird dieser Zustand chronisch, entstehen die typischen Versackungen der Krampfadern. Die Beine sind schwer und müde, die prallgefüllten Venen spannen.
Erst während der Nacht lässt das Gefühl nach. Eine chronische Venenstauung kann den Blutstrom in den Beinvenen so stark verlangsamen, dass es zur Blutgerinnung und zur Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombus) kommt. Ein solcher Thrombus kann die Vene verschließen, so dass eine Thrombose entsteht.
Eine Thrombose ist ein Notfall!
Bei den ersten Anzeichen einer akuten Thrombose – Spannungsgefühl in den Beinen, ansteigende Körpertemperatur, empfindliches und blaugefärbtes Gewebe – muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.
Die Spätfolgen einer Beinvenenthrombose sind gefürchtet. Meist bleiben auch nach dem Abheilen – kann bis zu zwei Jahren dauern – Schäden an den Venenklappen zurück. Hier hilft nur eine zukünftige vorbeugende Behandlung, die konsequent und geduldig durchgeführt werden muss. Entsprechende Salben und Medikamente, auch auf homöopathischer Basis, verordnet Ihnen der Facharzt oder Ihr Apotheker. Die Selbstheilungskräfte Ihres Körpers können sie mit verschiedenen Maßnahmen aktiv unterstützen.
Heilpflanzen für die Venen
Die Grundlage vieler Medikamente, die kurz als Venenmittel bezeichnet werden, sind Heilpflanzen mit einem hohen Gehalt an Rutin (Vitamin P) wie die Rosskastanie, Hamamelis, Rosmarin und der Ackerschachtelhalm. Diese Mittel stärken die Venenwände.
Während für die innere Anwendung vieler Mittel eine Wirkung nachgewiesen werden konnte, ist bei vielen Venensalben und –gelen fraglich, ob die Inhaltsstoffe wirklich durch die Haut bis an den Zielort kommen. Meistens zeigt bereits die Massage beim Einreiben oder auch die kühlende Wirkung der Venengele eine positive Wirkung.
Medikamente ohne Bedeutung
Venentonisierende Stoffe haben heute keine Bedeutung mehr, da ihr Wirknachweis fehlt und oft erhebliche Nebenwirkungen auftreten. Diese Stoffe sollen den Venentonus, also die Wandspannung, wiederherstellen. Durch die meisten Medikamente werden aber nicht nur die Venen, sondern auch die zuleitenden Arterien verengt. Als Folge verstärkt sich der Blutstau noch weiter.

Tipps für die Venen
Wasseranwendungen
Vermeiden Sie heiße Vollbäder, denn Wärme wirkt venenerweiternd. Zu empfehlen sind Wassertreten, kalte, feste Wadenwickel, kalte Schenkel- oder Kniegüsse und Wechselgüsse. Vor allem am Abend vor dem zu Bett gehen, können Wechselgüsse Erleichterung und besseren Schlaf bringen.
Bewegen und laufen
Bewegung ist das A und O. Gehen Sie zügig, täglich und regelmäßig, um die Wadenmuskulatur und den Blutfluss anzuregen. Vermeiden Sie Unterkühlung und Überhitzung der Beine. Bei der Auswahl von Sportarten muss auf Ausgleich zwischen Anspannung und Entspannung geachtet werden. Jogging ist zum Beispiel nur bedingt geeignet. Bodybuilding, Gewichtheben oder auch tauchen sind völlig ungeeignet. Besser geeignet sind Schwimmen, Tanzen, Golfen, Radfahren und Skilanglauf.
Stützen
Lassen Sie sich von einem Heilpraktiker oder Arzt zeigen, wie ein Kompressionsverband angelegt wird. Richtig angewandt, kann er Stützstrümpfen sogar überlegen sein. Stützstrümpfe, die heute aussehen wie „normale“ Strümpfe, sollten Sie aber so oft wie möglich tragen, vor allem bei langen Flugreisen.
Beim Kauf der richtigen Stützstrümpfe, lassen Sie sich von einem Apotheker beraten. Die Auswahl ist groß: Es gibt viele Farben, Stärken und Größen. Bei Stewardessen gehören sie zur Arbeitskleidung, schon aus prophylaktischen Gründen.
Wenig stehen und richtig sitzen
Langes Stehen ist Gift für die Beinvenen. Also vermeiden, wann immer es geht. Beim Sitzen sollten härtere Stühle bevorzugt werden. Die Oberschenkel dürfen nicht ganz aufliegen. Das Gewicht sollte zwischen den Beinen „liegen“. Das gehört zwar nicht zu den guten Sitten, aber die Beine können beim Sitzen etwas gespreizt bleiben.
Nichts darf drücken
Vermeiden Sie jede Art von engsitzender Kleidung. Besonders natürlich an den Beinen. Das heißt: keine Kniestrümpfe, keine Radlerhosen oder Leggins.
Beine hochlagern
Bei jeder nur möglichen Gelegenheit: Schuhe aus und Beine hochlagern. Wenn möglich auch tagsüber unter dem Schreibtisch. Am besten verdecken Sie den Einblick unter den Schreibtisch mit einem anderen Büromöbel oder stellen ihn an eine Wand oder einen Raumteiler.
Die richtigen Schuhe
Tragen Sie immer feste und geschlossenen Schuhe, möglichst mit Fußbett und einem kleinen, breiten Absatz. Frauen sollten hohe Absätze nur kurze Zeit tragen und wenn es dem Anlass entsprechend notwendig erscheint.
Die richtige Ernährung
Vermeiden Sie Alkohol und Nikotin. Essen Sie fettarm, aber nicht fettlos. Der Stoffwechsel braucht Fett für seine effektive Leistungsfähigkeit. Die Verbrennung der Nahrungsbestandteile „läuft“ sonst nicht.
Zu viel Fett aus der Nahrung lagert sich an den Gefäßwänden ab und stört den Blutfluss. Wie immer gilt auch hier der alte Spruch von Paracelsus: „Das richtige Maß macht’s, ob ein Stoff nützlich oder schädlich ist.“ Achten Sie auf Ihr Gewicht, schieben Sie eventuell regelmäßig einen Saft- oder Rohkost-Tag ein, denn Übergewicht ist eine zusätzliche Belastung für die Beine und hemmt den Rückfluss des Blutes zum Herzen.
Günstige Sportarten
- Tanzen
- Golf
- Skilanglauf
- Schwimmen
- Spaziergänge
- Gymnastik
- Radfahren
Ungünstige Sportarten
- Jogging
- Sprint
- Marathon
- Radrennen
- Tauchen
- Gewichtheben
- Bodybuilding

WICHTIG:
Alle Venenerkrankungen gehören in die medizinische Fachbehandlung.
Erst nach der fachkundigen Diagnose und Behandlung in der akuten Phase der Erkrankung, können Sie selbst den Heilerfolg noch unterstützen und begleitend weiterführende und vorbeugende Maßnahmen zu Hause durchführen.
Artikel geschrieben von Karin Springefeld
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde im Text nur die männliche Form verwendet. Alle Hinweise im Text auf den Rat eines Arztes oder Apothekers gelten ebenso für Ärztinnen und Apothekerinnen.






