Schützen Sie Ihre Bauchspeicheldrüse,
indem Sie diese 16 Tipps beherzigen
- Bei Symptomen zum Arzt
- Finden Sie seelische und körperliche Störenfriede
- Weg mit gesellschaftlichen Wertmaßstäben
- 16 Tipps zur Vorbeugung
- So erkennen Sie körperliche Ursachen und Symptome
Ohne die Bauchspeicheldrüse würden wir verhungern. Weder beste Nahrungsmittel noch ein voller Speiseplan würden uns vor dem Hungertod bewahren. Sie arbeitet 24 Stunden am Tag, produziert 1 bis 1,5 Liter Bauchspeichel und ist eine der aktivsten Drüsen des Körpers.
Produziert werden Enzyme und Hormone. Diese Enzyme spalten Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate auf und unterstützen damit die Verdauung und Verwertung der Nahrung im Dünndarm. Von den vielen Hormonen, die das Pankreas (Bauchspeicheldrüse) produziert, ist das Insulin am bekanntesten. Es wird – wie alle Hormone – direkt an das Blut abgegeben und kontrolliert den Glucose-Stoffwechsel.

Bei Symptomen müssen Sie zum Arzt
Suchen Sie bei Beschwerden unbedingt eine Arztpraxis auf. Die Erkrankungen können Sie nicht selbst diagnostizieren und auch nicht selbst behandeln. Außerdem gehört die Bauchspeicheldrüse, genau wie Leber, Galle, Mund, Speiseröhre, Magen und Darm, zum Verdauungstrakt und sollte deshalb immer im Zusammenhang betrachtet und einer umfassenden Diagnose unterzogen werden.
Alle Organe gemeinsam bilden eine Funktionseinheit und die eingeschränkte Funktion eines Organs beeinflusst die anderen Organe mit. Gerade ein naturheilkundlich orientierter Ansatz bezieht nicht nur die anderen Organe mit ein, sondern den ganzen Menschen, so zum Beispiel auch seine seelische Verfassung.
Aktiviert wird die Bauchspeicheldrüse, sobald wir etwas essen oder trinken. Im Magen kommt es sofort zu einer Hormonausschüttung und auch andere Hormone sowie das Nervensystem veranlassen die Bauchspeicheldrüse, Pankreassaft zu produzieren. Bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung kann es sogar zu einer Selbstverdauung des Organs kommen, weil die Pankreasenzyme vorzeitig ausgeschüttet werden.


Finden Sie seelische Störenfriede
Der Magen-Darmkanal ist in besonders enger Weise mit unserem Nervensystem verbunden. Kein Wunder also, wenn nervliche und seelische Belastungen sich unmittelbar mit Verdauungsstörungen jeglicher Art zeigen.
(Buchtipp: Müller-Kainz, Steingaszner: „Was Krankheiten uns sagen, Der Weg zur Heilung“, erschienen im Universitas Verlag, München oder als E-Book im Onlineshop bei Thieme).
Naturheilkundlich orientierte Therapeuten beobachten speziell bei Pankreas-Patienten nervliche Schwachpunkte, die durch bestimmte Charaktereigenschaften und Erziehungsmuster verursacht werden. Deutlich wird das auch in den Unterschieden zwischen Frauen und Männern. Da zeigt sich, welchen Einfluss biologische Veranlagung, gesellschaftliche Zwänge und Erziehung haben.
Männer, die sich zu sehr in Hierarchiemuster einbinden lassen, um Rangordnungen kämpfen und dann stark unter Druck stehen, weil sie „Gut-dastehen-wollen“. Frauen opfern sich für andere auf, vernachlässigen ihre eigenen Bedürfnisse und sehnen sich ständig nach Lob und Anerkennung.
Unabhängig vom Geschlecht zeigen alle Patienten ein etwas kindliches Verhalten, eine Art von ständigem „Verwöhnt-werden-wollen.“. Manche schätzen ihren eigenen Wert zu gering und brauchen – oder glauben zu brauchen – zum Ausgleich die äußere Anerkennung, die ihnen mehr Geltung verschafft.
Weg mit gesellschaftlichen Wertmaßstäben
Wer seine Nerven, seine Seele und auch seine Bauchspeicheldrüse schonen will, macht sich am besten frei von äußeren Wertmaßstäben, soweit es eben in einer Gesellschaft geht, die diesen Maßstäben frönt. Lassen Sie Ihre inneren Werte wachsen, und fragen sie bei allem, was Sie tun:
- Was ist mein Ziel?
- Möchte ich eine wichtige Position im Rudel haben?
- Will ich Lob und Anerkennung?
- Bin ich überzeugt, dass ich diese Sache gut und richtig mache, meine Persönlichkeit daran wächst und die Aufgabe wichtig ist?

Fragen Sie immer nach ihren eigenen Motiven. Antworten Sie ehrlich!
Schätzen Sie sich selbst, dann können Sie souverän auch andere schätzen.
Ihre Nerven und Ihre Bauchspeicheldrüse werden es Ihnen danken.
16 Tipps zur Vorbeugung
Das sollten Sie vermeiden:
- Viel reden und andere nicht zu Wort kommen lassen.
- Mit dem eigenen Leben unzufrieden sein und jammern.
- Vereinsmeierei betreiben und als „Hansdampf in allen Gassen“ unentbehrlich sein.
- Eine Sportart fanatisch betreiben, um anerkannt zu werden.
- Schnell mit dem Auto fahren und ständig andere überholen.
- Große Feste feiern, um gelobt zu werden.
- Laut reden und andere ständig unterbrechen.
- Viel und nur über die eigenen Probleme reden.
- Anderen nur gefällig sein, wenn etwas zurückkommt.
- Die Arbeit von anderen nicht anerkennen.
- Eigene Fehler nicht einsehen.
- Andere belehren und „missionieren“ wollen.
- Durch eine Krankheit im Mittelpunkt stehen wollen.
- Täglich in die Kirche gehen, um für die Frömmigkeit gelobt zu werden.
- Seinen eigenen Geschmack aufgeben, um anderen zu gefallen.
- Den „Kasper“ oder „Hanswurst“ spielen, nur um in Gesellschaft aufzufallen.
So erkennen Sie körperliche Ursachen und Symptome
Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
Stellt die Bauchspeicheldrüse die Insulinproduktion ganz oder teilweise ein, wird der Glucose-Stoffwechsel erheblich oder vollständig beeinträchtigt. Der Blutzuckergehalt des Blutes wird nicht mehr in den erforderlichen Grenzen gehalten.
Beschwerden:
Zu erkennen ist diese Störung an großem Durst, häufigem Wasserlassen, Gewichtsabnahme, Leistungsschwäche, Juckreiz und Haut- bzw. Schleimhautentzündungen.
Im Alter kann Diabetes zunächst ohne Beschwerden auftreten. Es ist deshalb sinnvoll, regelmäßige Blut- und Harnzucker-Kontrollen durchführen zu lassen. Diese Untersuchungen sind der beste Schutz vor Diabetes und den Folgeerkrankungen wie Durchblutungsstörungen und schlecht heilenden Wunden, vermindertem Sehvermögen oder Nierenversagen.
Es kann auch zu Nervenschäden kommen, die sich durch kribbeln in Füßen und Beinen oder durch Wadenkrämpfe zeigen. Sogar Nerven der inneren Organe können geschädigt werden, sodass Magen, Herz oder Blase nicht mehr funktionieren. Bei Männern kann auch Impotenz die Folge einer Diabetes-Erkrankung sein.
Ursachen:
Eine Zuckerkrankheit kann vererbt sein oder als Folge einer Bauchspeicheldrüsenerkrankung oder der Erkrankung einer anderen Hormondrüse auftreten. Allerdings können auch Übergewicht, verschiedene Medikamente oder Umweltchemikalien als Auslöser in Frage kommen.
Behandlung:
Behandelt wird ein Diabetes mit einer angepassten Ernährungsweise, viel körperlicher Bewegung, ständigen Kontrollen des Blut- und Urinzuckers und Insulin-Medikamenten. Das Spritzen von Insulin sollte, solange es geht, hinausgeschoben werden, weil die Bauchspeicheldrüse ihre Funktion sonst ganz einstellt. Sie hört auf zu arbeiten, denn sie ist überflüssig. Dieser Prozess ist nur schwierig oder kaum rückgängig zu machen.
Pankreatitis
Entzündungen der Bauchspeicheldrüse können akut oder auch chronisch auftreten.
Beschwerden:
Die Beschwerden einer akuten Entzündung machen sich sehr heftig bemerkbar. Es treten Schmerzen im mittleren Oberbauch auf, die allmählich oder plötzlich einsetzen und bis zum Rücken und zum Unterbauch ausstrahlen. Fieber bis zu 39 Grad, Erbrechen von galligem Magensaft, gerötetes Gesicht und fliegender Puls sind weitere Symptome.
Chronische Entzündungen können sich dagegen jahrelang unerkannt hinziehen, weil die typischen Beschwerden kaum auftreten. Nur nach dem Essen, dem Trinken von Alkohol und im Liegen verstärken sich die Warnzeichen. Ständiges Völlegefühl und Blähungen werden häufig anderen Ursachen zugeordnet.
Ursachen:
Die akute Pankreatitis kann durch Steine im abführenden Pankreasgang, andere Entzündungen im Gallenbereich oder durch Virusinfektion verursacht sein.
Die chronische Entzündung ist meist eine Begleiterscheinung anderer Magen- oder Leberleiden, einer Magenentfernung, einer akuten vorausgegangenen Entzündung oder auch einem Alkoholmissbrauch. Oft wird die Bauchspeicheldrüse auch von einer Überfunktion der Schilddrüse, einer Überdosis an Vitamin D oder einer Autoimmunkrankheit in die Entzündung getrieben.
Behandlung:
Eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung muss auf die Intensivstation. Die künstliche Ernährung kann bis zu acht Wochen dauern. Wenn sich die Beschwerden nicht bessern, wenn Steine das Abfließen des Pankreassaftes verhindern oder wenn sich ein Pankreasabszess gebildet hat, ist eine teilweise oder vollständige operative Entfernung der Drüse nicht zu umgehen. Nach einer vollständigen Entfernung müssen die Patienten Insulin spritzen.
Bei chronischer Pankreatitis gilt absolutes Alkoholverbot. Da die Fettverdauung gestört ist, dürfen keine tierischen und pflanzlichen Fette verzehrt werden. Als Ersatz wird Kokosfett empfohlen. Die fehlenden Pankreasenzyme werden durch Medikamente ersetzt.
Pankreaskarzinom
Beschwerden:
Beschwerden treten erst in einem sehr späten Stadium auf. Die Symptome unterscheiden sich je nach Lage des Tumors. Sitzt er an der Spitze der Bauchspeicheldrüse treten Brechreiz, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und eine langsam fortschreitende Gelbsucht auf. Sitzt der Tumor am „Körper“ der Bauchspeicheldrüse treten Oberbauchbeschwerden auf, die in den Rücken ausstrahlen und sich nach den Mahlzeiten und im Liegen verschlimmern.
Behandlung:
Erkannt wird ein Pankreaskarzinom bei einer Ultraschalluntersuchung, einer Computertomografie und einer Gewebeuntersuchung. Hat der Tumor zu dieser Zeit noch keine Metastasen gebildet, sollte die Bauchspeicheldrüse entfernt werden, auch wenn der Patient dann immer Insulin spritzen muss.
Artikel geschrieben von Karin Springefeld
Medizinische Beratung: Dr. Marita Schäfer






