NIE WIEDER RÜCKENSCHMERZEN
MIT DEN 12 MITTELN DER HOMÖOPATHIE
- Test: Selbstdiagnose und Auslöser
- Der Rücken und nur der Rücken?
- Rückenschmerzen und ihr innerer Bezug
- Die 12 Rückenmittel der Homöopathie
Das „Kreuz mit dem Kreuz“ haben 80 Prozent aller Deutschen. Ab dem 20. Lebensjahr beginnen die Probleme an Hals-, Brust-, Lenden- oder Steißbeinwirbeln. Ursachen gibt es viele, Behandlungsmethoden auch. Eine Möglichkeit ist die Homöopathie.
In der Homöopathie verbündet sich die Arznei mit den Selbstheilungskräften des Körpers. Die richtige Wahl des Mittels setzt eine individuelle Erfassung der Symptome und Ursachen voraus und die Bestimmung des „Konstitutionstyps“.
Patienten berichten:
„Ich hatte das Gefühl, als breche mein Kreuz durch. Als Folge von Ärger und Aufregung fühlte ich mich wie „zerschlagen“. Meine Kreuzmuskeln waren verkrampft“ – so schilderte ein 35jähriger Patient seine Beschwerden dem Homöopathen.
Die Fragen nach Gründen brachten keine körperlichen Ereignisse wie Überheben oder Überarbeiten bei der Gartenarbeit, sondern seelische Ursachen ans Licht. Schon Wochen quälte er sich mit unsachlichen Vorwürfen seines Chefs herum. Er ärgerte sich maßlos, wurde unleidlich und ungeduldig. Der homöopathisch arbeitende Arzt verschrieb ihm einmal täglich Nux vomica in der Potenz D 30. Souverän konnte der Patient nach einer Woche mit allen Vorwürfen umgehen.
Mit einem Schleudertrauma kam Carola M. in die Praxis. Durch einen Auffahrunfall war ihre Halswirbelsäule verstaucht, Muskeln, Bänder und Nerven verletzt. Der Homöopath verordnete dreimal täglich eine Mischung aus Arnica, Hypericum und Ruta in der Potenz D 30.
Homöopathie – der individuelle Weg zur Heilung
Das homöopathische „Simile-Prinzip“ (Gleiches mit Gleichem heilen), setzt in der Praxis voraus, dass ein homöopathisch arbeitender Arzt oder eine Ärztin genau die Persönlichkeitsstruktur, die Nahrungsvorlieben, das Temperament, die Ängste und den konkreten Anlass der Beschwerden erfasst. Nach der körperlichen Untersuchung füllt er während eines zweistündigen Gespräches mehrere Fragebögen aus und ermittelt den „Konstitutionstyp“ des Patienten.
Die Symptome des Patienten werden ihrer Bedeutung nach aufgelistet und mit denen bestimmter Arzneimittel verglichen. Das Mittel, das die größte Ähnlichkeit mit den Symptomen des Patienten hat, wird ihm am wahrscheinlichsten helfen.
Nicht die allgemeine Krankheitsdiagnose, sondern die individuellen Symptome des einzelnen Patienten sind für die Auswahl des Mittels entscheidend. Die für den Patienten aufgrund dieser umfangreichen Anamnese ausgewählten homöopathischen Mittel greifen dann nicht direkt in körpereigene Regulationsvorgänge wie Stoffwechsel oder Infektabwehr ein, sondern sie befähigen den Körper, sich selbst wieder gesund zu machen. Ganzheitlicher und persönlicher kann ein Heilansatz nicht sein.
Die Selbstdiagnose
Beobachten Sie Ihre Rückenschmerzen genau. Das wird Ihnen nicht schwerfallen, denn viel zu heftig sind die Symptome bei Ischias, Hexenschuss oder steifem Hals. Allerdings kommt diesem „lokalen Geschehen“ weit weniger Bedeutung bei der Ermittlung des Heilansatzes zu, als angenommen. Von größerer Bedeutung sind für Homöopathen die „auslösenden Faktoren“ wie Verheben, Verkühlen, Überanstrengen, Zugluft, Stress oder Ärger.
Erfassen Sie bei Ihrer Selbstbeobachtung die Auslöser:
- Was war die Ursache der Schmerzen (Überanstrengung, Zugluft, Verletzung, o.ä.)?
- Wie waren die klimatischen Bedingungen zum Zeitpunkt des Auftretens der Schmerzen?
- Wann sind die Beschwerden aufgetreten?
- Wie schnell oder langsam haben sie sich entwickelt?
- Wann bessern oder verstärken sich die Beschwerden?
- Wie ist Ihre seelische Verfassung?
- Treten andere Symptome wie Durst, Appetitlosigkeit, Schweißausbrüche o. ä. auf?
- Sind die Schmerzen stechend, schneidend, drückend oder brennend?
Der Rücken und nur der Rücken?
Rückenschmerzen sind mit den Erkältungskrankheiten die abwechselnden Spitzenreiter unter den Krankmeldungen. Nicht ohne Grund bieten Krankenkassen „Rückenschulen“ an. Ungefähr 20 Arbeitstage fehlen deutsche Arbeitnehmer im Jahr allein wegen Hexenschuss. Die Fehlzeiten werden auch nicht geringer, trotz aller Bemühungen. Vielleicht weil immer nur kurzfristig der Schmerz ausgeschaltet wird, ein neuer Stuhl für Entlastung des Rückens sorgen soll oder mehr Bewegung oder, oder.
Homöopathen haben auch Mittel gegen den akuten Schmerz, aber vor allem suchen sie nach der Ursache – und die, und nur die muss behandelt werden. Sonst gibt es langfristig keinen Erfolg. Ein Mensch besteht nun mal aus Knochen, Stoffwechsel und Psyche und diese drei Bereiche sind verkettet und verbandelt und existieren im Körper nicht autark. Sie kommunizieren Tag und Nacht miteinander.
Ein verstauchter Knöchel verursacht körperliche Schmerzen, psychisch einen Schreck und der Stoffwechsel hat mit einem Bluterguss zu tun. Kummer führt zu einer gedrückten Stimmung, Nerven geben Infos an Muskulatur, die verkürzt sich und führt zu Verspannungen im Nacken. Entscheidend ist immer die Frage, von welchem Bereich aus, die eigentliche Behandlung ansetzen sollte.
Auch innere Erkrankungen können sich über Symptome im Rücken bemerkbar machen. Im mittleren Rücken geben oft Herz, Lungen und Bronchien Hilferufe, im unteren Rücken die Nieren oder der Magen/Darmtrakt, rechts hinten Leber oder Galle. Moderne Diagnostik kann diese Zusammenhänge relativ schnell und einfach abgrenzen.
Rückenschmerzen und ihr „innerer Bezug“
- Niere links
- Niere rechts
- Herz, bei Rhythmus-Störungen
- Gallenblase, bei Steinen und Gries
- Mandeln links
- Mandeln rechts
- Lunge rechts und links
- Magen, wenn entzündet
- Herz, bei Angst und Herzrasen
- Magen, bei Sodbrennen
- Leber, bei Fettunverträglichkeit
- Gallenblase, bei Krämpfen
- Zwölffingerdarm
- Bauchspeicheldrüse
- Niere links
- Niere rechts, bei Nierenschwäche und –steinen
- Darm
- Eierstöcke links
- Eierstöcke rechts
- Genitalien
- Blase, wenn entzündet

Die 12 wichtigsten Rückenmittel der Homöopathie
Verspannungen und Verdrehungen der Rückenmuskulatur klingen meist nach ein paar Tagen wieder ab und heilen von selbst. Die beste Erstbehandlung: legen Sie sich ins Bett, aber höchstens für ein bis zwei Tage. Bei Muskelverspannungen durch seelischen Stress, überlegen Sie, wie sie die Belastungen abbauen. Haben Sie eine Rückenverletzung durch Sturz oder Unfall müssen Sie sofort zum Arzt.
Bis zu 90 Prozent aller Rückenschmerzen heilen innerhalb von sechs Wochen aus, unabhängig von der Behandlung. Der Betroffene kann wieder zur Arbeit gehen. Sind die Ursachen jedoch nicht behandelt, wird der Rücken zum Dauerthema.
Für die am häufigsten auftretenden Rückenprobleme hat die Homöopathie 12 wichtige Mittel. Wir stellen sie Ihnen nachfolgend vor. Allerdings nur zum Kennenlernen. Von einer langfristigen oder häufigen Selbstbehandlung sollten sie Abstand nehmen.
1 Arnika
Häufig eingesetzt bei: Prellungen und Blutergüssen am Rücken, Zerrungen und Überdehnung der Rückenmuskulatur, Hexenschuss nach Überanstrengung, Wundheit und Gefühl der Zerschlagenheit nach Erkältung, Schwäche der Halswirbel, Empfindlichkeit gegen Druck.
Alle Beschwerden verschlechtern sich bei Aufregung, bessern sich bei Ruhe.
Der Patient ist reizbar, lehnt eigentlich jede Hilfe ab, will seine Ruhe.
Potenz: In akuten Fällen C 30 oder C 200, sonst C 6.
2 Bryonia
Eingesetzt bei: steifem Genick, Schmerzen im Kreuz, Muskelrheumatismus, schmerzhaften steifen Muskeln an der rechten Halsseite.
Die Beschwerden verschlechtern sich morgens, bei Bewegung, durch Wärme, bei Anstrengung und Berührung.
Verbesserung durch Druck, Liegen des Patienten auf der schmerzenden Seite, kalte Getränke und Ruhe.
Potenz: In akuten Fällen C 30, sonst D 12.
3 Calcium phosphoricum
Eingesetzt bei: Jugendlichen in der Wachstumsphase, rheumatischen Rückenschmerzen, Nackensteifigkeit bei Wetterwechsel, feuchtkaltem Wetter, Kreuzschmerzen bei geringen Beanspruchungen bei jüngeren, schlanken Menschen, steifer Hals durch Luftzug.
Das Mittel passt meist für magere, jüngere und leicht reizbare Menschen.
Potenz: D 12
4 Hypericum
Häufig eingesetzt wenn auch Nervengewebe, z. B. durch Verletzung, mit betroffen ist: Rückenschmerzen im Gesäß oder Steißbein durch Sturz, ziehende oder drückende Schmerzen in Wirbelsäulenmuskulatur, überempfindlich bei jeder Berührung, Armbewegung lösen starke Nackenschmerzen aus Schmerzen verschlechtern sich beim Gehen, jeder Lageveränderung.
Potenz: In akuten Fällen C 30, sonst D 12.
5 Lycopodium
Das Mittel wird eingesetzt bei: Rückenschmerzen, die zusammen mit Verdauungsproblemen auftreten, nach langem Sitzen, Verheben und bei Schmerzen des Rückens, die sich nach dem Wasserlassen bessern.
Die Beschwerden verschlimmern sich gegen 16.00 Uhr. Die Patienten sind reizbar, unleidlich, neigen oft zu Pascha-Allüren.
Potenz: D 12
6 Nux vomica
Das „Zivilisationsmittel“ für überreizte, gestresste, an Alkohol und Zigaretten gewöhnte, oft cholerische und ungeduldige Patienten. Eingesetzt bei: Rückenschmerzen mit Bauchschmerzen, Verstopfung, Hämorrhoiden, dauerndem Harndrang, nächtlichen Rückenschmerzen, Patient kann sich kaum umdrehen, alle Sinnesorgane, auch die Rückennerven sind überreizt. Alle Beschwerden sind morgens schlechter.
Potenz: D 12, nach „Katerstimmung“ auch C 30
7 Phosphor
Meistens eingesetzt bei freundlichen, um andere besorgte Menschen, mit Neigung zu Blutergüssen, blauen Flecken und Schwächegefühlen. Rückenschmerzen bis zur Taubheit der Finger am Morgen, Ausstrahlen in den Schulterbereich, Schwächegefühl im Rücken, in der Rückenmitte, oft mehr links. Beschwerden bessern sich bei Liegen auf dem Rücken, Wärme und Massage.
Potenz: D 12
8 Pulsatilla
Eingesetzt bei: rheumatischen Schmerzen im Genick, ziehenden Schmerzen zwischen den Schultern, im Kreuzbeinbereich, mal links und mal rechts. Nachts meist warme Füße, die unter der Decke hervor gesteckt werden, kein Durstgefühl. Patienten haben Sehnsucht nach Trost und Mitgefühl.
Potenz: Akut C 30, sonst D 12.
9 Rhus toxicodendron
Für alle Rückenschmerzen, die nach Überlastung, bei nasskaltem Wetter oder nach Unterkühlung auftreten. Typisch sind steifer Nacken und Hals, nachts schlimmer, bei warmem Wetter oder nach warmem Bad tritt Besserung ein. Patienten neigen zu Misstrauen und Ängstlichkeit.
Potenz: Akut C 30, sonst D 12
10 Ruta
Oft eingesetzt bei Problemen mit dem Bindegewebe. Muskeln und Sehnen sind steif, Rückenschmerzen wie nach Sturz oder bei Entzündung, der ganze Körper versteift sich, Verletzungen der Knochenhaut, Prellungen, chronische Überanstrengung. Schmerzen verschlimmern sich bei Ruhe und feuchtem Wetter.
Potenz: C 6 oder D 12.
11 Silicea
Eingesetzt bei Patienten, die sich morgens kaum aufrichten können, allgemeine Rückenschwäche und zittern der Beine. Personen sind meist erschöpft an Körper und Geist, leiden an Durchsetzungskraft und haben ein großes Verlangen nach Sonne.
Potenz: D 12, eventuell bei großer „Ähnlichkeit“ einmalig C 30.
12 Sulphur
Hat ein sehr interessantes Persönlichkeitsprofil und wirkt gut auf alle Entgiftungsfunktionen des Körpers. Eingesetzt bei: einschlafenden Gliedern, Kreuzschmerzen, das Sitzen und gerades Stehen kaum möglich ist, Verschlechterung meist vormittags, Abneigung gegen Baden. Patienten machen einen gleichgültigen Eindruck, auch ihr äußeres Erscheinungsbild interessiert sie nicht.
Potenz: D 12. Von Hochpotenzen ist abzuraten.
Artikel geschrieben von Karin Springefeld
Fachliche Beratung: Dr. med. Sabine Schlüter, Internistin und Homöopathin







