Gesunde Nieren
Der „Jungbrunnen“
- Das organische Alter hängt von diesem Entgiftungsorgan ab
- So erkennen Sie Störungen
- So beugen Sie vor
- Test: Arbeiten Ihre Nieren optimal?
- Tipps für Tees
- Gibt es seelische Ursachen?
Als Wächter über die „Konstanz des inneren Milieus“ sind die Nieren – genau wie das Herz und das Gehirn – bei der Versorgung mit Blut bevorzugt. Sie werden selbst dann noch durchblutet, wenn andere Körperregionen aufgrund eines Blutverlustes nur mangelhaft mit Blut versorgt werden.
Die Qualität der geleisteten Ausscheidungsarbeit wird mit Nierenfunktionsprüfungen getestet. Für Nierenbeschwerden gibt es drei wesentliche Ursachen: Entzündungen, Nierensteine und Fehlfunktionen.
Die Nieren sind die Kläranlage des Körpers. Die nicht verwendbaren Stoffe werden gefiltert und zusammen mit überflüssigem Wasser als Harn ausgeschieden. Ohne gut arbeitende Nieren wäre der Körper innerhalb kurzer Zeit tödlich vergiftet.
Außerdem regulieren die Nieren den Salz- und Wasserhaushalt, sind an der Produktion von Vitaminen und Hormonen beteiligt, beeinflussen die Blutbildung, den Knochenstoffwechsel und die Regulierung des Blutdrucks. Jeder Mensch verfügt über zwei Nieren; jede besteht aus mehr als einer Million Einheiten (Nephrone).
Ein altes chinesisches Sprichwort besagt:
„Was Nieren und Blase nicht ausscheiden können, muss der Darm ausscheiden;
Was der Darm nicht ausscheiden kann, muss die Lunge ausscheiden;
Was die Lunge nicht ausscheiden kann, muss die Haut ausscheiden;
Was die Haut nicht mehr ausscheiden kann – das führt zum Tod.“


Nierenbeschwerden
Die Hälfte aller Nierenfunktionsstörungen verursachen keine Symptome, so dass oft zu spät mit einer erfolgreichen Behandlung begonnen werden kann.
Ist die Funktionsfähigkeit der Nieren eingeschränkt, wird das Gleichgewicht in den Körperflüssigkeiten, den Salzen und der Blutzusammensetzung gestört. Es kommt zu weitläufigen – oft zu Beginn nicht genau zu definierenden – Auswirkungen, die zu einem unbestimmten Müdigkeitsgefühl, Muskelkrämpfen, Schwindel, Fieber, Ödemen, Anschwellen der Knöchel, Augenlider und anderer Körperpartien führen können. Die Laboruntersuchungen des Urins liefern jetzt wichtige Hinweise.
Nierenentzündungen
Sie entstehen, wenn Krankheitskeime über die Harnleiter aufsteigen. Der Name einer Nierenentzündung richtet sich nach dem jeweils befallenen Organbereich, zum Beispiel: Nierenbeckenentzündung. Frauen haben häufiger unter dieser Erkrankung zu leiden als Männer.
Viele Infektionen verursachen keine oder nur undeutliche Symptome und bleiben lange unbemerkt. Vorbeugend hilft nur: Hygiene, Hygiene, Hygiene, nicht zu lange mit dem Gang auf die Toilette warten und viel trinken und auf die Symptome achten.
Nierenschwäche
Eine Nierenschwäche bleibt lange unentdeckt. Erstes Anzeichen ist häufiges nächtliches Wasserlassen. Der Urin besteht zunehmend aus Wasser, während die Abfallprodukte im Körper bleiben. Wird aus einer Nierenschwäche ein Nierenversagen, kann es zu Herzbeutelentzündung, Wasserlunge, Lähmungen bis hin zu einem Koma kommen.
Rechtzeitig erkannt und behandelt, bestehen gute Heilungschancen, andernfalls kann eine Nierentransplantation erforderlich werden. Zur Vorbeugung gilt auch hier: Viel trinken, Schmerzmittel meiden, von Zeit zu Zeit den Urin testen lassen.
Nierensteine
Die Ursache der meisten Steinleiden ist ein vererbter Stoffwechseldefekt. Gefördert wird die Bildung von Steinen aber auch, wenn der Harnfluss verringert ist oder wenn sich der Säuregehalt des Harns durch eine Entzündung verändert.
Die Steinbildung steht mit dem Kalziumgehalt des Blutes in Verbindung. Achtzig Prozent aller Nierensteine enthalten Kalzium als Kalziumoxalat; die anderen bestehen aus Uraten oder Phosphaten. Eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen, Knochenfraß bei Krebs und Ernährungsfehler (z. B. zu viel Milch) begünstigen die Steinbildung.
Welche Beschwerden Nierensteine verursachen, hängt von ihrer Größe und Lage ab. Richtig bemerkbar machen sich meist erst Steine, die einen Durchmesser von einem Zentimeter haben. Viele bleiben in den Nieren stecken, füllen den ganzen Harnraum aus, andere fangen an zu wandern und verursachen dann die gefürchteten Koliken.
Bewegt sich ein Stein nicht allein, muss er entweder mit Ultraschall zertrümmert oder operativ entfernt werden.
So erkennen Sie Störungen
Akute Nierenbeckenentzündung:
Brechreiz, Fieber, Schmerzen beim Wasserlassen, Gefühl der immer vollen Blase, Rückenschmerzen, verfärbter Urin.
Chronische Nierenbeckenentzündung:
Müdigkeit, Leistungsabfall, Brechreiz, gesteigertes Wasserlassen.
Leichte Nierenentzündung:
verfärbter Urin.
Schwere Nierenentzündung:
Augenlider morgens geschwollen, Knöchel abends geschwollen, Harndrang vermindert.
Nierensteine:
Brechreiz, Blasenfülle, Schmerzen beim Wasserlassen, Koliken, verfärbter Urin.
Akutes Nierenversagen:
Niedriger Blutdruck, Zuckungen, Krämpfe, verminderter Harndrang.
Chronisches Nierenversagen:
Sehstörungen, Bluthochdruck, Durst, trockene Haut mit braunen Flecken, Zuckungen, Krämpfe, blaue Flecken, nachts häufiger Harndrang, Juckreiz, geringe sexuelle Lust, Impotenz, verminderte Infektionsabwehr.
So beugen Sie vor
Allgemeine Maßnahmen, um besonders die Anfälligkeit gegen Nieren- und Blasenentzündungen zu verringern, sind:
- Saunabesuche,
- Kaltwasseranwendungen,
- Wasser- und Tautreten,
- Schneelaufen,
- tägliche Wechselduschen mit anschließendem Trockenbürsten und
- tägliche Spaziergänge von mindesten einer halben Stunde.
Achten Sie auf eine ausgewogene, vernünftige Ernährung und trinken Sie täglich zwei Liter Mineralwasser oder leichte Früchtetees. Genussgifte wie Alkohol, Nikotin und Kaffee schwächen den Organismus und senken die Immunabwehr. Gönnen Sie sich ausreichend Schlaf, denn in dieser Ruhephase kann der Körper neue Kraft sammeln.
Versuchen Sie, ungelöste Probleme und Konflikte zu lösen. Seelische Belastungen spielen bei Erkrankungen der Nieren eine große Rolle. Nehmen Sie sich mehr Zeit für sich und hören auf die Signale Ihres Körpers.
📝 Checkliste: Der Nierentest
Ja Nein
- Trinken Sie weniger als zwei Liter am Tag?
- Schaffen Sie es manchmal nicht mehr bis zur Toilette?
- Halten Sie häufig den Urin an und gehen nicht zur Toilette?
- Müssen Sie oft ohne Erfolg auf die Toilette?
- Müssen Sie fast jede Nacht ein- oder mehrmals zur Toilette?
- Leiden Sie unter weißem, schleimigem Ausfluss?
- Hatten Sie schon Blut im Urin oder im Samenerguss?
- Haben Sie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr?
- Gibt es oder gab es in Ihrer Familie schon Fälle
von Nierenerkrankungen? - Haben Sie oft Blasenentzündungen?
- Haben Sie manchmal nach der Toilette das Gefühl,
Ihre Blase sei nicht völlig entleert?
☕ Tipps für Tees:
Nierentees
Diese Tees erreichen einen zusätzlichen Spüleffekt der Niere. Bei Entzündungen nützen diese Tees allerdings nicht.
Birkenblätter
Ein bis zwei Esslöffel Birkenblätter mit einer Tasse heißem Wasser übergießen, 15 Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Drei- bis viermal am Tag eine Tasse frisch zubereiteten Tee zwischen den Mahlzeiten trinken.
Schachtelhalmkraut
Zwei bis drei Teelöffel Schachtelhalmkraut mit einer Tasse heißem Wasser übergießen, fünf bis zehn Minuten kochen, 15 Minuten stehen lassen, dann abseihen. Mehrmals am Tag eine Tasse frisch zubereiteten Tee zwischen den Mahlzeiten trinken.
Nieren- und Blasentee-Mischung
Einen Esslöffel der fertigen Mischung mit einer Tasse heißem Wasser übergießen, zehn Minuten stehen lassen, danach abseihen.
❗Achtung:
Blasentee dürfen Sie nicht trinken, wenn Sie unter Wasseransammlungen (z. B. Ödemen) leiden, die durch eine eingeschränkte Herz- und Nierenfunktion entstanden sind. In diesen Fällen ist die Aufnahme größerer Flüssigkeitsmengen gesundheitsschädlich.
Test: Arbeiten Ihre Nieren optimal?
Lassen Sie die Funktionsfähigkeit Ihrer Nieren jährlich durch Laboruntersuchungen des Urins testen und beantworten Sie die Fragen der Checkliste ehrlich. Je mehr Fragen Sie mit einem „Ja“ beantworten, desto größer ist Ihre Anfälligkeit für eine mögliche Erkrankung der Nieren. Scheuen Sie sich nicht, mit den notwendigen Veränderungen in Ihrer Lebensweise zu beginnen.
Gibt es seelische Ursachen?
„Das geht mir an die Nieren“
Es gibt Wissenschaftler, meist mehr Wissenschaftlerinnen wie zum Beispiel Dr. Elfrida Müller-Kainz und Dr. Beatrice Steingaszner, die aus der Psychologie, Psychiatrie und Philosophie kommen und intensiv daran geforscht haben, ob eine Wechselwirkung zwischen seelischen Verhaltensweisen und dem Erscheinen bestimmter Krankheiten besteht.
Für die Nieren war Ihre Erkenntnis, dass die seelische Ursache in den Schwächen der dritten Charaktereigenschaft der Patienten und Patientinnen zu suchen ist. „Sie können nicht vergeben, sind nachtragend und manchmal extrem stur. Sie klammern sich an negativen Gefühlen wie Hass, Groll oder Rache fest. Sie können nicht loslassen.“
(Buchtipp: Müller-Kainz, Steinggaszner: Was Krankheiten uns sagen, Der Weg zur Heilung, erschienen im Universitas Verlag, München).
Wenn es stimmen würde, wäre es schön. Alles, was irgendwie helfen kann, soll recht sein. Also einfach loslassen, verzeihen und neue Ziele in Angriff nehmen

Artikel geschrieben von Karin Springefeld





