Gesunder Darm
Ihre beste Lebensversicherung
Ursachen kennen
Befund sichern
Gezielt vorbeugen
„Der Tod sitzt im Darm“ – das glaubten schon die alten Ägypter.
Nicht ohne Grund hatte jeder ägyptische Pharao einen speziellen Leibarzt, den „Hüter des Dickdarms“. Er war der König der Leibärzte.
Wer heute mit diffusen Beschwerden im Verdauungstrakt zum Arzt geht, hört oft die Diagnose: ohne Befund. Die Betroffenen zweifeln dann an dem Arzt oder an sich. Ist man gar ein Hypochonder? Durchaus nicht. Ernennen Sie sich ab sofort selbst zum „Hüter Ihres Dickdarms“.
Jeder zweite Deutsche hat zeitweise oder andauernd Probleme mit der Verdauung. Die Ursachen sind im Wesentlichen bekannt: denaturierte Lebensmittel (die Nährwerte leiden an Schwindsucht), Bewegungsarmut, falsche Eßgewohnheiten, seelische Belastungen. Alles Folgen der Lebens- und Arbeitsbedingungen des Industriezeitalters.
Erste Anzeichen
Die ersten Anzeichen werden oft ignoriert. Schließlich hat fast jeder damit Probleme und wer spricht schon gern darüber? Wie krank der Darm wirklich ist, fällt erst bei akuten Störungen, erhöhter Infektanfälligkeit, Gelenkbeschwerden oder Allergien auf. Das Grundübel Nummer eins sind die nicht entleerten Darmtaschen. Dort kann es zu Fäulnis und zuviel Gärung kommen.
Die Klärgrube des Körpers funktioniert dann unzureichend und es kommt zu toxischen, den Körper und seine Organfunktionen störenden Einflüssen. Im Schaubild sehen Sie die Zusammenhänge zwischen Darmregionen bzw. Darmtaschen und bestimmten Organen. Verstopfte Darmtaschen, das heißt abgelagerte Kotreste, stören dann auch Mandeln, Nieren, Blase, Nerven, Gebärmutter und so weiter und so weiter. Eine vollständige und fachmännisch durchgeführte Darmreinigung ist der Anfang aller Heilungsbemühungen.
Organische Ursachen für Darmkrankheiten
Zu den erblich bedingten oder angeborenen Erkrankungen gehören Fehlbildungen und Lageanomalien wie Verdrehungen, Abschnürungen oder auch die Bildung von Zysten. Eine vererbte Verdauungsstörung ist zum Beispiel die Unverträglichkeit von Getreideklebereiweiß oder die Mukoviszidose, bei der die Funktionen der schleim- und enzymbildenden Drüsen gestört sind.
Krankheitserreger
Zu den häufigsten Krankheitserregern zählen Bakterien aus verdorbenen Lebensmitteln wie Salmonellen, Shigellen oder auch Staphylokokken, die einen infektiösen Durchfall verursachen. Mit Viren (Brechdurchfall mit Fieber) und Darmparasiten (Amöben und Würmer) haben vor allem Kinder und Fernreisende zu kämpfen. Vorbeugung heißt in diesen Fällen: Hygiene, Hygiene, Hygiene.
Für die Aussage des mittelhessischen Institutes für „Mikro-Ökologie“, dass 30 bis 40 Millionen Deutsche unter Pilzbefall im Darm leiden, fehlt jeder wissenschaftliche Beweis. Stattdessen ist die Mehrheit der Bevölkerung beunruhigt, hört in sich hinein und beglückt Ärzte und Heilpraktiker mit einem Besuch in der Sprechstunde.
Da ein krankhafter Darmpilzbefall nur durch eine Ausschlussdiagnose festzustellen ist, klingelt durch viele schöne Untersuchungen das Geld in der Kasse der Aufgesuchten. Verzicht auf Zucker und Süßspeisen, eventuell ein Medikament, ist dann die vorgeschlagene Behandlung.
Das hätten sich viele getrost sparen können, denn eine echte Pilzerkrankung ist selten. Etwas anderes ist es bei schon geschädigtem Immunsystem (etwa bei Aids-Patienten), da kommt es fast ausnahmslos zu Pilzerkrankungen.
„Ohne Befund“
Sollten nun alle Untersuchungen zu keinem Ergebnis führen, heißt dann oft der ärztliche Tipp: „Bauen Sie Stress ab“, und da ist viel dran, denn die Psychosomatik spielt auch im Darm eine große Rolle, weil die Verdauungsvorgänge vom vegetativen Nervensystem (unbewusst funktionierend) gesteuert werden. Lediglich Kauen, Schlucken und die Darmentleerung werden von uns willentlich über das zentrale Nervensystem beeinflusst.
Negativer seelischer Stress, der nicht verarbeitet und aufgelöst wird, sowie hastiges, unregelmäßiges und übermäßiges Essen können Auslöser und Verstärker von Störungen bei der Verdauung sein. Unsere Handlungsenergie wir ganz und gar „nach außen“ gerichtet, der Sympathikus regt den Kreislauf an, hemmt aber gleichzeitig die Verdauungsfunktion. Es kommt zu einer Überforderung, die auf Dauer zur Krankheit führen muss.
Das Resultat sind Reizmagen oder Reizdarm (beide ohne organischen Befund), psychisch bedingte Essstörungen (Hungern, seelisch trösten oder Bulimie) oder chronische Entzündungen der Darmschleimhaut (Colitus ulcerosa oder Morbus Crohn). Probleme mit der Verdauung sind oft seelische Probleme, die als solche vorrangig behandelt werden müssen.
Tipps für die Vorbeugung
- Überlegen Sie genau, was, wann und wie viel Sie essen
- Vermeiden Sie alle Lebensmittel, die lange haltbar sind
- Kauen Sie ordentlich
- Essen Sie nur in angenehmer Atmosphäre, das heißt ohne Zeitdruck, ohne Streit und ohne Probleme zu diskutieren
- Vermeiden Sie zu heiße oder zu kalte Speisen und Getränke, um die Schleimhäute zu schonen
- Essen Sie abends wenig
- Fasten Sie einmal jährlich nach Mayr
- Spülen Sie zweimal im Jahr ihren Dickdarm mit einem hohen Einlauf
- Bewegen Sie sich ausreichend und regelmäßig
- Bauen Sie seelischen Stress schnell ab
- Reduzieren Sie den Verbrauch an Kaffee, schwarzem Tee, Alkohol und Nikotin
- Essen Sie 5 kleine Mahlzeiten am Tag
Treffpunkt gemeinsame Mahlzeit
Eine der schönsten Zeiten des Tages sollte für Kollegen und Familien eine gemeinsame Mahlzeit sein. Aber auch dabei gibt es im Interesse einer guten Verdauung einiges zu beachten:
- Lassen Sie sich Zeit.
- Diskutieren Sie keine Probleme.
- Lassen Sie keine Hektik und keine Hysterie aufkommen.
Eine heitere, gelöste Stimmung ohne Zeitdruck und in gepflegter Umgebung ist der beste Verdauungshelfer.
Essen als Erziehungsmittel?
Im Zoo oder Zirkus vielleicht oder sogar sicher. Bei Kindern sollte man damit gar nicht anfangen. Weder sollten Kinder erst etwas zu essen bekommen, wenn sie brav waren, noch sollten sie das „gesunde Essen“ aufessen müssen. Auch hungernde Kinder in der Dritten Welt dürfen nicht als Drohung herhalten. Ebenso hinterlässt der lieb gemeinte „süße Trost“ nur ein gestörtes Essverhalten.
Und übrigens:
Die Ägypter benutzten Zäpfchen und Einläufe zur Säuberung des Dickdarms und imitierten damit den Ibis, der mit seinem langen Schnabel Wasser in sein Rektum einführt. Im Mittelalter wurde der Ibis durch den Schwan ersetzt und galt der sich etablierenden Medizin in Europa als Symbol. Auf vielen Dokumenten und Spitaldächern wurde er abgebildet.


