Hämorrhoiden
Schweigen, leiden und nicht sitzen –
das ist für viele Menschen, die an Hämorrhoiden leiden, oft das oberste tägliche Gebot. Dieses uralte, meist vererbte und peinliche Problem, das fast jeder Dritte von uns kennt, ist nicht ungefährlich. Es muss behandelt und darf nicht schweigend hingenommen werden.
Häufig werden Hämorrhoiden erst entdeckt, wenn es im Po juckt, brennt oder helles Blut im Stuhl zu sehen ist. Vergrößern sich die knotenförmigen Erweiterungen der Mastdarm- und Aftervenen, kann es zu einem sichtbaren Vorfall in die Afteröffnung kommen, zu Blutungen zwischen den Darmentleerungen und zu plötzlichen Krämpfen. Auf jeden Fall müssen Sie mit Hämorrhoiden sofort – auch schon bei Verdacht – ärztlichen Rat einholen.
Die Ursachen
Verursacht werden Hämorrhoiden meist durch chronische Verstopfung und starkes Pressen beim Stuhlgang. Auch häufig genommene Abführmittel beugen nicht vor, sondern zwingen den Darm durch hohen Druck zur Entleerung, obwohl der Aftermuskel eigentlich geschlossen bleiben will. Weitere mögliche Ursachen sind mangelnde Bewegung und Übergewicht, zu lange Sitzungen auf der Toilette oder eine kranke Leber.
Die „sitzenden“ Berufe
Besonders oft werden Menschen, die zu viel sitzen (z. B. Büroangestellte und Berufskraftfahrer) von Hämorrhoiden geplagt. Diese Personengruppen sollten durch regelmäßigen Ausgleichssport und harte, statt weiche Sitzmöglichkeiten, vorbeugen. Auch das Heben von schweren Gegenständen muss vermieden werden, genau wie lange Sitzungen auf der Toilette, nur weil sich gerade die Möglichkeit bietet. Das ist in der Praxis oft besonders schwer einzuhalten.
Behandlung je nach Kategorie
Medizinisch werden Hämorrhoidalleiden in vier Kategorien eingeteilt, je nach Schwere und Ausprägung. In den „leichten Fällen“ eignen sich zur Behandlung lokal angewendete, entzündungshemmende Salben und schmerzlindernde Medikamente. In schwereren Fällen ist ein operativer Eingriff meist unvermeidlich, in leichteren Fällen hilft zum Beispiel Veröden oder eine Kältebehandlung.
Als Erste-Hilfe-Maßnahme bei starken Beschwerden zu Hause:
Ein Sitzbad in kühlem Wasser mit einem Zusatz einer Eichenrindenabkochung aus der Apotheke bringt Erleichterung.
Kurz- und langfristig vorbeugen
Wer zu Hämorrhoiden neigt, hat diese Veranlagung geerbt. Deshalb kann er auch meist nicht endgültig davon befreit werden. Aber quälen muss man sich damit nicht. Medikamente oder ein unproblematischer Eingriff bringen kurzfristige Hilfe.
Langfristig muss auf die Ernährung geachtet werden. Dazu gehören Mahlzeiten mit ballastreichen Bestandteilen, ab und zu eine Darmreinigungskur (Klistier oder Colon-Hydro-Therapie) und ein jährliches Fastenprogramm. Ein gesunder Darm ist von großer Bedeutung. Das wussten schon die alten Ägypter. Jeder Pharao hatte einen „Hüter des Dickdarms“. Er war der König unter den Leibärzten.
Wichtig ist auch genügend körperliche Bewegung, Übergewicht langsam abbauen und mehrmals folgende tägliche Übung machen: After einziehen und loslassen. Das erhöht die Pumpwirkung der Muskulatur auf das Hämorrhoidalgeflecht.
Öfter mal im Stehen telefonieren oder wenn möglich, als Schreibtisch alternativ ein „altes“ oder modernes Stehpult anschaffen. Beim Stehen und Gehen kann sogar der Kopf noch besser arbeiten. Der Darm sowieso!
WICHTIG:
Übung mehrmals am Tag: After einziehen und loslassen. Das fördert die Pumpwirkung der Muskulatur auf das Hämorrhoidalgeflecht.
Artikel von Karin Springefeld
So erkennen Sie Hämorrhoiden
- Jucken und Brennen im Po
- Nach dem Stuhlgang das Gefühl, als ob der Darm nicht richtig leer ist
- Helles Blut im Stuhl
- Krämpfe und Schmerzen im Bauch
Treten diese Beschwerden auf, warten Sie nicht, sondern holen Sie sich ärztlichen Rat. Sofort!
Hämorrhoiden – Typen





