Blasenschwäche
„Bitte schnell, wo geht’s zum WC?“
Drei Typen
Was hilft?
Tipps gegen schwache Blase und schwache Nerven
Alle paar Stunden, vielleicht sogar alle paar Minuten, müssen Sie dringend zur Toilette? Beim Lachen, Husten, Niesen verlieren Sie ungewollt Urin? Eine solche Blasenschwäche ist mehr als unangenehm.
Bereits vier bis fünf Millionen Menschen leiden in Deutschland an einer Inkontinenz. Zögern Sie nicht, suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Arzt oder Apotheker, denn es gibt gute Mittel, um diese Einschränkung an Lebensqualität zu beheben oder stark zu reduzieren.

An Blasenschwäche leiden Frauen dreimal häufiger als Männer. Vor allem in den Wechseljahren verliert die Blase durch die hormonelle Umstellung, durch geringere Durchblutung und Bindegewebsschwäche an Kraft. Bei älteren Männern kann es durch eine Vergrößerung der Prostata zu Abflussstörungen kommen. Blasenreizung und Blasenentzündung verstärken die unangenehme Entwicklung.
Drei Typen
Fachleute unterscheiden bei der Blasenschwäche drei Typen: Die Dranginkontinenz und die Belastungsinkontinenz, ausgelöst durch Stress, deshalb auch Stressinkontinenz genannt. Die dritte Form, die Reflexinkontinenz, tritt selten und meist nur im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen auf.
Für eine erfolgreiche Behandlung ist es erforderlich, dass Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin feststellen, an welchem Typ der Erkrankung Sie leiden. Es werden Ihnen Präparate empfohlen, die entweder die Blasenmuskulatur anspannen oder reaktionsfähiger machen.
So erkennen Sie eine Belastungsinkontinenz
Urin geht „passiv“ ab, ohne dass ein Zusammenziehen der Blase bemerkt wird. Das passiert beim Lachen, Husten, Niesen oder bei körperlicher Anspannung wie bei Bücken, Heben, Hüpfen und Springen.
Mit Anstrengung kann der Harnstrahl unterdrückt werden. Vor dem Wasserlassen gibt es keinen Harndrang. Nach dem Gang zur Toilette haben Sie das Gefühl: Die Blase ist richtig leer.
So erkennen Sie eine Dranginkontinenz
Mehrmals am Tag verlieren Sie ungewollt Urin. Das passiert sogar im Sitzen und Liegen, auch nachts im Schlaf. Bei Harndrang müssen Sie sofort auf eine Toilette. Schon auf dem Weg dahin kann es zu Urinverlust kommen.
Manchmal ist der Harndrang so groß, dass es auf der Stelle losgeht, ohne dass Sie es verhindern können. Es kommt praktisch überfallartig. Der Harnstrahl kann nicht mehr willentlich unterbrochen werden. Nach dem Gang zur Toilette bleibt ein Gefühl von nicht richtig entleerter Blase.
Die Reizblase
Ein besonderes Thema ist die Reizblase. Der Spruch: „Vor Angst in die Hosen gemacht“ oder der typische Harndrang vor Prüfungen beschreibt eine Ursache, denn meist ist seelische Belastung und nervliche Anspannung der Verursacher einer Reizblase.
Schnelle natürliche Hilfe bringen tägliche Entspannungsübungen, gymnastische Übungen der Muskulatur des Beckenbodens und eine Kombination der Extrakte aus Birkenblättern, Goldrutenkraut, Bärentraubenblättern und Schachtelhalmkraut, die es meist schon fertig in Apotheken gibt.
Was hilft?
Sie können die Behandlung einer Blasenschwäche noch unterstützen.
Das Zauberwort heißt: Wärme.
Bei einer Dranginkontinenz sind regelmäßige Wasseranwendungen im Bereich der Nieren und Blase, wie Leibwickel und Rotlichtbestrahlungen, besonders geeignet. Bei einer Belastungsinkontinenz ist feuchte Wärme, wie ein abendliches Wechselsitz- oder Wechselfußbadbad, hilfreich.
Sehr bewährt haben sich bei der Behandlung auch begleitendes Training der Beckenbodenmuskulatur mit einem Krankengymnasten und fachmännisch ausgeführte Bindegewebsmassagen.
Das Notfall-Set
Im Alltag gehen Sie mit einer Blasenschwäche am besten ganz selbstbewusst um. Für kleine Notfälle haben Sie in Ihrer Handtasche immer eine neue Unterhose, Slipeinlagen, ein Erfrischungstuch, ein Intimwaschtuch und eine Plastiktüte. Meistens tritt mit dieser Vorsichtsmaßnahme der Notfall dann gar nicht ein. Gewöhnen Sie sich einen regelmäßigen Toilettengang an. Im Prinzip aller eineinhalb bis zwei Stunden. Verlassen Sie kein Restaurant, ohne auf die Toilette zu gehen.
Wenn es doch „passiert“ ist, suchen Sie mit Ihrem Notfall-Set die nächste Toilette auf. Möglichst schnell, auch wenn Sie Freunde oder Bekannte bitten müssen, einen „Stopp“ einzulegen. So vermeiden Sie durch nasse Sachen eine Blasenentzündung und die oft verunsichernde Geruchsbelästigung Ihrer Umgebung. Gesundheit geht allemal vor Peinlichkeit. Denken Sie daran: vier bis fünf Millionen Menschen leiden daran. Sie werden auf Verständnis stoßen.
Nerven stärken
Bedenken Sie auch, dass Harninkontinenz oft nervliche Ursachen hat oder die Beschwerden noch erheblich verstärkt. Wer kennt sie nicht, die aufgeregten Studenten vor der Prüfung. Plötzlich müssen sie ganz dringend zur Toilette, obwohl dann nicht viel passiert. Sie sollten also alles dafür tun, um Ihr „Nervenkostüm“ zu stärken. Machen Sie regelmäßig Entspannungsübungen, bauen Sie Stress ab, lassen Sie „los“, – alles wird gut.
Schwache Nerven verursachen oft auch eine schwache Blase.
Stärken Sie Ihre Nerven durch mentalen Stressabbau und Entspannungsübungen.
Tanken Sie viel Sauerstoff.
Laufen Sie den Problemen auch mal davon.
Wählen Sie Nervenstärkungsmittel aus der Apotheke.
Artikel geschrieben von: Karin Springefeld




