Medizin aus der Küche
Nahrungsmittel als Arzneimittel
Blumenkohl – verringert das Krebsrisiko
Fisch – schützt Blutgefäße
Zucker – baut Stress ab
Nahrungsmittel sind voll mit pharmakologischen Wirkstoffen, die im Körper als Arzneimittel wirken. Alles, was wir essen, kann die Gesundheit bis auf die Ebene der Körperzellen beeinflussen. Die alten Überlieferungen der Volksheilkunde stecken voller Weisheiten, die inzwischen wissenschaftlich bestätigt werden konnten.
Greifen Sie also gezielt auf die Lebensmittelapotheke zu.

Blumenkohl
Möglicher therapeutischer Nutzen:
Verringert das Krebsrisiko, vor allem im Hinblick auf Magen- und Dickdarmkrebs.
Wissenschaftler gehen davon aus, dass Stoffe im Blumenkohl, zum Beispiel die Indole, die natürliche Abwehr oder das Entgiftungssystem günstig beeinflussen und dadurch krebserzeugende Substanzen neutralisiert werden.
Erdbeeren
Möglicher therapeutischer Nutzen:
Verringern das Krebsrisiko und bekämpfen Viren.
Die roten Beeren sind besonders reich an dem Ballaststoff Pektin, der in einer Reihe von Versuchen den Cholesterinspiegel senkte. Mehrere kanadische Studien zeigten, dass Erdbeeren Viren, vor allem das Poliovirus, das ECHO-Virus, das REO-Virus und das weitverbreitete Herpes-simplex-Virus, vernichteten. Eine Studie mit 1270 älteren Amerikanern zeigte eine deutlich reduzierte Rate an Todesfällen durch Krebs.
Fisch
Möglicher therapeutischer Nutzen:
Schützt die Blutgefäße, verdünnt das Blut, hemmt die Bildung von Blutgerinnseln, senkt die Triglyzeride, senkt den Blutdruck, lindert Rheuma und Kopfschmerzen, reguliert das Immunsystem, lindert Bronchialasthma, hebt die geistige Energie und bekämpft Nierenkrankheiten.
Die positiven Wirkungen von Fischöl konnten in vielen internationalen Studien gezeigt werden. Unbestritten ist, dass Menschen, die viel Fisch essen, weniger Herzkrankheiten haben. Aber auch eine geringere Rate an Brust-, Bauchspeicheldrüsen-, Lungen-, Prostata- und Dickdarmkrebs konnte im Zusammenhang mit dem häufigen Verzehr von Fischen nachgewiesen werden.
Altes holländisches Sprichwort: „Ein Land mit vielen Heringen kann mit wenigen Ärzten auskommen.“
Extra Tipp: 30 Gramm Fisch am Tag oder zweimal ein Fischgericht in der Woche verringern Ihr Risiko herzkrank zu werden um die Hälfte. 100 Gramm Makrele am Tag senken den Blutdruck um 7 Prozent.
Kaffee
Möglicher therapeutischer Nutzen:
Lindert Asthma und Heuschnupfen, steigert geistige und körperliche Energie, beugt Löchern in den Zähnen vor und hebt die Stimmung.
Kaffee gilt heute als beliebtestes Genussmittel, das inzwischen nachweislich Gehirn und Muskeln stärkt und die Bronchialmuskeln entspannt. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Kaffee Vorgänge im Gehirn so verändert, dass Koffein als Medikament gegen Depressionen eingesetzt werden kann. Kanadische Tests haben gezeigt, dass Koffein die Bronchialgefäße erweitert und dadurch das Atmen für Asthmatiker erleichtert. Amerikanische Forscher konnten die erleichternde Wirkung auch für Heuschnupfen-Patienten nachweisen.
Studien amerikanischer Zahnmediziner zeigten, dass der im Kaffee enthaltene Stoff Tannin bakterielle Prozesse im Mund stört. Nach dem Essen also eine Tasse Kaffee, – das verhindert schlechte Zähne und hilft außerdem – vor allem älteren Menschen – bei der Blutdruckregulation. So wird das häufige Schwindelgefühl nach dem Essen vermieden.
Kaffee hat zwar Risikofaktoren, aber wesentlich weniger als ihm zugeschrieben werden.
Historisches: Kaffe kam vor 1600 Jahren nicht als Getränk, sondern als Heilmittel aus Arabien nach Europa. In Frankreich hatten bis zum 17. Jahrhundert die Ärzte die Aufsicht über den Kaffee; die Bohnen wurden als Medikament verkauft.
Reis
Möglicher therapeutischer Nutzen:
Senkt den Blutdruck, beugt Nierensteinen vom Kalziumtyp vor, bessert Schuppenflechte und stoppt Durchfall.
In vielen Studien wurde die blutdrucksenkende Wirkung von Reis-Diäten nachgewiesen. Bei Patienten mit Schuppenflechte zeigte sich durch diese Diät eine deutliche Verbesserung des Krankheitsbildes. Japanische Forscher konnten in Patientenstudien zeigen, dass regelmäßig verzehrte Reiskleie die Bildung von Kalziumnierensteinen deutlich senkt. Scheinbar hemmen die Phytinsäure und die Inosite in der Reiskleie die Aufnahme von Kalzium im Verdauungstrakt, sodass es nicht in den Urin gelangen und Steine bilden kann.
Durchfall – besonders bei Kindern – wird schon seit 3000 Jahren in Indien mit Reislösungen behandelt. Erst seit kurzem hat diese indische Weisheit den wissenschaftlichen Segen erhalten. Forscher konnten bestätigen: Reislösung lindert Durchfall, bindet wieder Wasser im Körper und verringert die Stuhlmenge.
Tomaten
Möglicher therapeutischer Nutzen:
Krebsrisiko wird gesenkt, Blinddarmentzündung vorgebeugt.
Bei einer Studie, an der 14000 Amerikaner und 3000 Norweger teilnahmen, zeigte sich, dass die Tomaten-Esser (bis zu vierzehnmal im Monat) deutlich seltener an Lungenkrebs erkrankten. Das Ergebnis war eine Überraschung. Da Tomaten nicht besonders reich an Betakarotin sind. Dieser Stoff gilt als der Krebsbekämpfer.
Tomaten haben eine hohe Konzentration an Lykopin, ein anderes Karotinoid. Möglicherweise ist also Betakarotin nicht der einzige vor Krebs schützende Stoff aus der Familie der Karotinoide. Bei einer anderen Studie (in Wales durchgeführt) zeigten sich Tomaten-Esser mehr vor akuten Blinddarmentzündungen geschützt als Tomaten-Verweigerer.
Nicht bewiesen:
Keinen Beweis konnte die Wissenschaft bis heute dafür erbringen, dass Tomaten (in Frankreich auch als „Liebesäpfel“ bezeichnet) wirklich wie ein Aphrodisiakum wirken.
Die Volksmedizin warnt vor Tomaten, weil sie angeblich Arthritis verursachen. Gehören sie doch zu den „giftigen“ Nachtschattengewächsen? Wissenschaftlich gibt es dafür bis heute noch keinen Beweis.
Zucker
Möglicher therapeutischer Nutzen:
Beruhigt, baut Stress und Angstzustände ab, tötet Bakterien und heilt Wunden.
Nach dem Essen von Zucker oder anderen Kohlenhydraten steigt der Insulingehalt im Blut. Dadurch wird mehr Tryptophan produziert, das im Gehirn wiederum für die Produktion von Serotonin sorgt. Dieser Neurotransmitter sorgt für nervliche Entspannung, sodass auch konzentriertes Arbeiten besser möglich ist.
Die richtige Zuckerdosis konnte Frau Dr. Judith Wurtman (Massachusetts Institut) ziemlich genau feststellen: „Wer sich ruhiger fühlen will, braucht etwa 30 Gramm reine Kohlenhydrate, also entweder 2 ½ Esslöffel Zucker oder 60 Gramm Schokolade.“ Übergewichtige sogar etwas mehr.
Bei Menschen, die zu Depressionen neigen, konnten Wissenschaftler einen auffällig niedrigen Gehalt an Serotonin feststellen. Vor allem in den Wintermonaten, wenn der Lichteinfall gering ist, wird zu wenig von diesem Stoff gebildet. Eine erfolgreiche Selbstmedikation ist deshalb der Verzehr von Schokolade im Winter.
Zucker ist, genau wie Honig, eine wunderbare Wundheilsubstanz. Dr. Richard Knutsen (Chirurg aus Greenville) konnte das alte Volkswissen an dreitausend Patienten nachweisen: „Die Erfolgsrate war nahezu vollkommen. Erst habe ich befürchtet, dass der Zucker das Bakterienwachstum fördert, aber genau das Gegenteil war der Fall. Zucker hat die Infektionen schnell unterdrückt, selbst wenn chemische Antibiotika bereits versagt hatten.“
Extra Tipp:
Ein Schokoladeriegel (60 Gramm) oder zweieinhalb Esslöffel weißer Zucker reichen, um Angstzustände und geistigen Stress zu lindern und Entspannung herbeizuführen.
Aber Achtung:
Zucker fördert eindeutig Karies. Deshalb gründliche Mundhygiene nach dem Essen!
Artikel geschrieben von: Karin Springefeld







