Die Artischocke
Hilft das Fett verdauen und schützt die Leber
Goethe liebte die Artischocke, weil er an ihre aphrodisierende Wirkung glaubte. Bestätigt hat sich dieser Glaube bis heute nicht, jedoch helfen die Inhaltsstoffe der Artischockenblätter bei der Verdauung und wirken leberschonend. Das konnte nachgewiesen werden. Die Extrakte gibt es als Kapseln, Pillen oder Presssaft. Achten Sie beim Kauf auf den Wirkstoffgehalt.
Die Artischocke ist eine Zuchtpflanze. Wildwachsende Exemplare gibt es nicht. Ursprünglich ist die Pflanze aus der Familie der Asteraceen in Nordafrika zu Hause, denn sie liebt die Wärme. Sie sieht distelartig aus und entwickelt einen Blütenstand aus mehreren violetten Einzelblüten, die von dicken, schuppenförmigen Blättern umhüllt werden. Ein lukullischer Genuss ist nur die Knospe, nachdem sie mindestens eine dreiviertel Stunde gekocht wurde. Die medizinisch wirksamen Bestandteile befinden sich in den großen Grundblättern.
Die Speise der Reichen
Die Griechen und Römer brachten die Artischocke in den Mittelmeerraum. Der römische Schriftsteller Plinius nennt sie bereits im 1. Jhdt. n. Chr. „Die Speise der Reichen“. Aus den Wurzeln und Blättern gewann man damals schon einen Extrakt, der gegen Rheuma und Verdauungsstörungen eingenommen wurde. Nach Deutschland, Frankreich und England kommt die Pflanze erst um 1500. Was damals in Klostergärten begann, wird heute in ökologisch kontrolliertem Anbau qualitätsoptimiert.
Der entscheidende Wirkstoffgehalt
Für medizinische Zwecke sind nur die Inhaltsstoffe der großen Grundblätter der möglichst einjährigen Pflanzen zu verwenden. Sie besitzen die größten Mengen an wirksamen Inhaltsstoffen und liefern die Droge Cynarae folium. Wie bei allen Pflanzen, so ist auch bei den Artischockenblättern nur der Gesamtextrakt der entscheidende Cocktail an Wirkstoffen. Heute werden die Artischocken auf ein langes Rosettenstadium gezüchtet, damit ein hoher Wirkstoffgehalt in den Blättern vorhanden ist. Die Blätter aus Gemüsekulturen besitzen nur eine geringe Qualität. Davon sollten wirklich nur die Blütenstandsböden als lukullischer Genuss verwendet werden.
Die Wirkungen
Wissenschaftlich untersucht wurden die Inhaltsstoffe der Artischocke erst im letzten Jahrhundert. Die seitdem gefundenen Ergebnisse sind sehr überzeugend. Nachgewiesen werden konnten für den Extrakt aus den großen Grundblättern folgende Wirkungen:
verdauungsfördernd, galletreibend, antioxidativ, cholesterinsenkend und leberschützend.
Für medizinische Präparate, die in Apotheken verkauft werden, wird ein hochwertiger Gesamtextrakt aus den Grundblättern in hoher Konzentration verwendet, so sind Qualität und Wirkung gesichert.
Anwendung finden Artischocken-Präparate vor allem in der Selbstmedikation bei Verdauungsstörungen, bei Druck- und Völlegefühl nach den Mahlzeiten, bei mäßigen Magen-Darm-Krämpfen, bei Sodbrennen und Übelkeit. Die natürliche Senkung des Blut-Cholesterins ist nicht minder interessant und wird zunehmend mit der Arteriosklerose-Vorbeugung diskutiert. Artischockenextrakt regt auch die Wasserausscheidung über die Nieren an. Mit der Wasserausscheidung ist natürlich ein Gewichtsverlust verbunden. Das ist vermutlich der Hauptgrund dafür, dass er auch als schlankheitsfördernd angepriesen wird.
Artischocken-Steckbrief
| Stammpflanze | Cynara scolymus |
| Familie | Asteraceae |
| Verwendete Droge | Cynarae folium |
| Wirkungen | Regt die Galleproduktion der Leber an, |
| erhöht den Gehalt an Gallensäure in der Galle, | |
| senkt den Cholesterinspiegel, | |
| wirkt antioxidativ und schützt so die Leberzellen, | |
| regt die Wasserausscheidung an. | |
| Wirksame Inhaltsstoffe | Cynarin, Luteolin, Cynaropikrin |
Übrigens: Ein lukullischer Genuss ist die gekochte Knospe. Medizinisch wirksam sind nur die Inhaltsstoffe der großen Grundblätter.

Artikel von Karin Springefeld






