Diät nach Blutgruppen 0, A, B oder AB?
- Vier Strategien
- Vier Blutgruppen
- Persönliche Ernährung
- Tipps: Diätplan für jede Blutgruppe

Vergessen Sie alle allgemein gültigen Tipps für Diäten und Lebensweise. Sie sind ein Individuum. Bereits mit der Blutgruppe sind Stärken und Schwächen für Stoffwechsel und Abwehrkräfte vorgegeben. Kurz gesagt:
Leben ist Stoffwechsel und da gelten individuelle und allgemeine Erfahrungen.
- Warum nehmen manche Menschen bei einer bestimmten Diät ab und andere nicht?
- Warum bleiben manche Menschen bis ins hohe Alter körperlich und geistig fit und andere nicht?
- Gibt es Zusammenhänge zwischen Blutgruppe, Ernährung und Gesundheit?
Der amerikanische Arzt und Naturheilkundler Dr. Peter J. D‘ Adamo hat den Stand der Erkenntnisse zusammengetragen. Seiner Ansicht nach gibt es vier Strategien für ein gesundes Leben, die sich an den vier Blutgruppen orientieren.
(Quelle: 4 Blutgruppen – 4 Strategien für ein gesundes Leben, Piper Verlag)
Vorab: Mit wissenschaftlich fundierten Studien wurden die Erkenntnisse von Dr. D’ Adamo nicht bewiesen. Er beruft sich auf Erfahrungsberichte. Kritiker warnen vor Mangelerscheinungen durch einseitige Ernährung. Positiv wird ein nachgewiesener Gewichtsverlust und eine bessere Verdauung gesehen.
Vier Strategien – vier Gruppen
Blut ist in der Geschichte ein religiöses und kulturelles Symbol. Praktisch hat es aber tatsächlich außergewöhnliche Eigenschaften. Es stellt Ausscheidungs- und Abwehrsysteme bereit und ist wie ein Fingerabdruck sehr individuell. Die unterschiedlichen Blutgruppen haben sich im Laufe der menschlichen Entwicklungsgeschichte als Folge der Anpassung an wechselnde Ernährung, Lebensbedingungen und Krankheitserreger entwickelt. Nur wer sich anpassen konnte, war überlebensfähig.
Die Blutgruppe Null ist die älteste und heute noch am weitesten verbreitet. In der agrarisch geprägten Gesellschaft entstand die Blutgruppe A. Als die Menschen nach Norden in kältere Regionen zogen, entwickelte sich die Blutgruppe B. Die moderne Anpassung und die Folge von Durchmischung verschiedener Bevölkerungsschichten ist die Blutgruppe AB.
Persönliche Ernährung
Die Anpassungsmechanismen wirkten sich vor allem auf die Verdauung und das Immunsystem aus. Wer seine Blutgruppe kennt, kann sich darauf einstellen und Lebensmittel meiden, die zu Unwohlsein, Gewichtszunahme und chronischen Krankheiten führen. Dr. D‘ Adamo hat die Ernährung und Lebensweise nach der Blutgruppenstrategie bereits über viertausend seiner Patienten verordnet.
Bereits nach kurzer Zeit stellten diese einen Anstieg ihrer Leistungsfähigkeit fest, freuten sich über eine Gewichtsabnahme, weniger Verdauungsprobleme und weniger Kopfschmerzen. Die persönlich richtige Ernährung wirkt sich also nicht nur positiv auf das Körpergewicht aus, sondern es verbessert die Verdauung und stärkt das Immunsystem.

Die Blutgruppe 0: „Der Jäger“
Der „Jäger“ fühlt sich am wohlsten, wenn er sich viel körperlich bewegen und Fleisch essen kann. Der Stoffwechsel ist fast noch ursprünglich auf tierisches Eiweiß und Fett eingestellt. Proteine und Fette werden so umgewandelt, dass der Glucosespiegel auch ohne Zuckermoleküle konstant gehalten wird. Ständige körperliche Aktivität zu Zeiten der Jäger und Sammler brachte so einen schlanken, leistungsstarken und damit überlebensfähigen „Jagdmenschen“ hervor.
Mit Milch- und Getreideprodukten kann ein „Jäger“ nicht viel anfangen. Seine Verdauung hat damit heute noch Probleme, denn in der Entwicklungsgeschichte des Menschen wurden diese Produkte erst viel später zur Ernährung angeboten.
Die Ernährung für den 0-Typ
Gewicht halten oder einige Kilos abnehmen? Der 0-Typ sollte vor allem auf Getreideprodukte verzichten. Der wichtigste Grund für die Gewichtszunahme des 0-Typs ist das Gluten.
Ein Stoff, der in Weizenkeimen und Weizenvollkornprodukten enthalten ist. Speziell bei Menschen mit Blutgruppe Null wirkt Gluten auf den Stoffwechsel so, dass die Insulinproduktion gehemmt und dadurch die Kalorienausschüttung gestört wird. Immer wieder haben Null-Typen erfolglos eine Diät nach der anderen gemacht.
Erst als alle Weizenprodukte vom Speiseplan gestrichen wurden, trat die Gewichtsabnahme ein. Auch Milch und Eier sind keine geeignete Ernährung für den Null-Typen. Viele können diese Produkte nicht angemessen verstoffwechseln. Teilweise kommt es auch zu Unverträglichkeiten bis hin zu Allergien.
Bei den Gemüsearten sollten Sorten, die sich basisch auf das Muskelgewebe auswirken, entfallen. Der Null-Typ ist energiegeladener und auch sportliche Bewegung fällt ihm leichter, wenn sein Muskelgewebe leicht übersäuert ist.
Außerdem sollten Null-Typen auf ihren Schilddrüsenhormonspiegel achten. Meistens ist er zu niedrig (Hypothyreose). Der Körper produziert zu wenig Jod. Ein Mineral, das der Körper für die Hormonproduktion der Schilddrüse benötigt. Die Folge einer Hypothyreose sind Wasseransammlungen im Gewebe, Muskelschwund und Erschöpfungszustände. Alle Gemüse, die die Schilddrüsenfunktion hemmen, sollten deshalb vermieden werden. Dazu gehören zum Beispiel Kohl, Rosenkohl, Blumenkohl und Rucola.
Bei den Früchten wird ein Null-Typ fast instinktiv zu den roten, blauen und violetten Früchten greifen, die in der Regel basisch im Darm reagieren. Früchte, wie Mandarinen, Apfelsinen oder auch Erdbeeren interessieren einen Null-Typen kaum, da der hohe Säuregehalt der Früchte den ohnehin schon hohen Magensäuregehalt belastet.
Bei den Getränken bevorzugt der Null-Typ neutrale Mineralwässer und Tees. Bier wird er nur selten trinken, weil Hopfen die Produktion der Magensäure anregt. Ebenso sparsam wird der Wein- und Kaffeekonsum ausfallen. Der Magen eines Null-Typs produziert allein genug Magensäure.

Blutgruppe A: „Der Landwirt“
In der Entwicklungsgeschichte waren Menschen mit der Blutgruppe A die „ersten Vegetarier“. Die Menschen wurden sesshaft und betrieben Landwirtschaft. Heute haben ungefähr 37 % der Bevölkerung die Blutgruppe A.
Für den A-Typ ist eine frische und fast naturbelassene Ernährung am besten. Der Stoffwechsel arbeitet anders als der bei einem 0-Typ, fast entgegengesetzt. Während ein 0-Typ Fleisch in Energie umsetzt, fühlt sich ein A-Typ danach energiearm. Der 0-Typ setzt Fleisch in Energie um, der A-Typ in Fett. Grund dafür ist der unterschiedliche Gehalt an Magensäure.
Verlangsamt wird der Stoffwechsel bei einem A-Typ auch durch Milchprodukte. Weizen darf der A-Typ essen, aber nur in geringen Mengen, da das Muskelgewebe sonst zu sauer reagiert. Während sich ein 0-Typ in diesem Zustand wohlfühlt, kann der A-Typ die Energie nicht schnell genug ausnutzen, so dass der Kalorienstoffwechsel gehemmt wird.
Die Ernährung für den A-Typ
Viel Appetit wird ein A-Typ nicht auf rotes Fleisch haben. Er sollte es auch ganz vom Speisezettel streichen. Besser ist weißes Fleisch wie Geflügel und Fisch. Auf Schinken und Wurstwaren sollte verzichtet werden. Diese Wurstwaren enthalten Nitrate, die bei Menschen mit geringer Magensäure auch Magenkrankheiten wie Krebs fördern können.
Die meisten Vollmilchprodukte können von einem A-Typ nicht verdaut werden. Sein Blut produziert gegen den Primärzucker einen Antikörper. Außerdem wird die Schleimsekretion erhöht. Das ist für das etwas zu tolerante Immunsystem nicht gut, denn im Schleim sammeln sich viele Bakterien.
Getreideprodukte verträgt ein A-Typ gut. Wer aber an häufigen Infektionen oder Asthma leidet, sollte den Verzehr von Weizen einschränken, da die Schleimproduktion noch angeregt wird. Gemüse verträgt der A-Typ fast ausnahmslos gut. Es sollte in ausreichenden Mengen und fast naturbelassen gegessen werden, da es wichtige Enzyme, Mineralien und Antioxidantien liefert. Vorsicht mit Paprika wegen des empfindlichen Magens. Ähnliches gilt für Früchte. Bevorzugt werden sollten alkalisch wirkende Sorten wie Beeren und Pflaumen, da sie die Säurewirkung der Getreideprodukte neutralisieren.

Blutgruppe B: „Das Chamäleon“
Der „Ausgleichende“ mit der Blutgruppe B reagiert wie ein Chamäleon: Mal wie ein 0-Typ, dann mal ganz anders und unerwartet. Es scheint so, als ob dieser Typ die verfeinerte Ausprägung ist, die Verbindung verschiedener Völker und Kulturen. Der widerstandsfähige und geistig frische B-Typ wird auch mit Herzkrankheiten und Krebs besser fertig als andere. Eher neigt dieser Typ zu Multiple Sklerose oder dem Chronischen Erschöpfungssyndrom.
Die Ernährung ist ausgewogen und enthält pflanzliche und tierische Produkte. Der B-Typ ähnelt in seiner Reaktion auf Weizenkeime dem 0-Typ. Das Gluten vergrößert noch die Probleme, die durch die Verlangsamung des Stoffwechsels durch andere Nahrungsmittel entstehen. Wird die Nahrung nicht reibungslos verdaut und in Energie umgewandelt, wird sie als Fett gespeichert.
Die Ernährung für den B-Typ
Für den B-Typ scheint es einen engen Zusammenhang zwischen bestimmten Fleischsorten und Stress und Erkrankungen des Autoimmunsystems zu geben. Während rotes Fleisch (Lamm, Hammel, Kaninchen) gegen Abwehrschwäche und Erschöpfung hilft, verklumpt ein Lektin im Hühnerfleisch das Blut der Blutgruppe B. Wer also gern Geflügel essen möchte, sollte auf Pute oder Fasan umstellen. Hühnereier werden dagegen gut vertragen, da im Ei nicht das Lektin enthalten ist, das im Hühnerfleisch vorkommt.
Fisch ist für den B-Typ eine wichtige Quelle hochwertigen Proteins. Vor allem Tiefseefische wie Kabeljau und Lachs; aber auch Heilbutt und Seezunge. Auf Schalentiere – wie zum Beispiel Krebse, Hummer und Garnelen – sollte ein B-Typ verzichten. Auch hier sind Lektine enthalten, die den Stoffwechsel durcheinanderbringen.
Milchprodukte kann der B-Typ fast als einziger unter den Blutgruppen ohne Sorgen genießen. Das liegt daran, dass der Primärzucker auch in der Milch enthalten ist. Anders bei allen Weizenprodukten. Dabei ähnelt der B-Typ dem 0-Typ. Das im Weizengluten enthaltene Lektin lagert sich im Muskelgewebe ein, die Geschwindigkeit des Stoffwechsels sinkt. Energie wird nicht umgesetzt, sondern als Fett gespeichert.
Bis auf wenige Ausnahmen kann der B-Typ alle Gemüsearten essen. Eine Ausnahme ist die Tomate. Die Tomate enthält spezielle Lektine, die das Blut aller Blutgruppen verklumpen. Bei 0- und AB-Typ mit geringer Wirkung, aber bei A- und B-Typ stark wirksam.
Bei Obstsorten gibt es für einen B-Typ keine Einschränkung, denn alle kann er mit Genuss und Gewinn essen. Oft hilft speziell eine frische Ananas mit dem Enzym Bromelain dem zu Blähungen neigenden B-Typ, vor allem nach zu viel Milch- und Fleischverzehr

Blutgruppe AB: „Der Rätselhafte“
Die Blutgruppe AB vereint A- und B-Gene. Sie ist weniger als tausend Jahre alt und nur bei zwei bis fünf Prozent der Bevölkerung vertreten. In den meisten Fällen sind alle Lebensmittel, die für den A- oder B-Typ unverträglich sind, auch für den AB-Typ unverträglich. Eine Ausnahme ist zum Beispiel die Tomate. Während der A- und B-Typ die speziellen Lektine nicht verträgt, kann der AB-Typ Tomaten ohne Schaden essen.
Etwas problematisch ist auch der Verzehr von Fleisch. Die Verdauung reagiert zwar „fleischangepasst“ wie bei B-Typ, aber die geringe Magensäure – wie bei A-Typ – reicht oft nicht aus. Fleisch wird deshalb meist als Fett gespeichert.
Die Ernährung für den AB-Typ
Tierisches Eiweiß ist für den AB-Typ wichtig. Bevorzugt werden sollte aber Hammel, Kaninchen und Pute. Verzichtet werden sollte auf Rind- und Hühnerfleisch. Fisch und Meeresfrüchte stellen auch eine gute Eiweißquelle dar. Nur wie bei dem A-Typ werden Seezunge und Flunder nicht gut vertragen.
Bei Milchprodukten ähnelt der AB-Typ dem B-Typ. Für alle Getreideprodukte kann sich der AB-Typ an die Ernährungsweise des A- und B-Typs halten. Sogar Weizen wird gut vertragen, sollte aber eingeschränkt werden. Vor allem der Weizenkeim ist bei AB-Typ stark säurebildend. Das ist weniger für den Magen, als für den Säure-Base-Haushalt von Bedeutung. Der AB-Typ fühlt sich wohler, wenn das Gewebe leicht alkalisch ist.
Gemüsesorten können alle gegessen werden, sogar Tomaten. Für Obst gilt: Der AB-Typ hat Verträglichkeit und Unverträglichkeit fast identisch mit dem A-Typ gemeinsam. Tropische Früchte wie Orangen oder Mangos also lieber meiden. Zitronen sind dagegen bekömmlich, aber Bananen stören die Verdauung des AB-Typs.
Ein bis zwei Tassen Kaffee am Tag bekommen dem AB-Typ gut, weil die Magensäuremenge erhöht wird. Ein Glas Rotwein wirkt sich günstig auf das Herz-Kreislauf-System aus.
Artikel geschrieben von Karin Springefeld
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