Ginkgo
Der Baum gegen das Vergessen
Der Ginkgo-Baum kam als Zierbaum im 18. Jahrhundert nach Europa. Heute werden Extrakte aus Ginkgo-Blättern zur besseren Durchblutung des Gehirns, zur Steigerung von Merkfähigkeit und Konzentration, aber auch gegen Ohrensausen, Tinnitus, Krampfadern und Kopfschmerzen eingesetzt.
Der Ginkgo-Baum ist eine Pflanze aus der Urzeit. Schon vor 200 Millionen Jahren gab es seine Wildform, die heute aber ausgestorben ist. Nur in den Tempelgärten des Fernen Ostens (China und Japan) hat der Ginkgo überlebt.
Um 1730 kam der laubabwerfende Baum als Ziergewächs nach Europa. Erst in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts ist das medizinische Interesse an ihm stark gestiegen, als die positive Wirkung auf das Kreislaufsystem erkannt wurde.
Das auffälligste Merkmal des Ginkgo-Baumes, der bis zu 40 Meter in die Höhe wachsen kann, ist die Form seiner hellgrünen fächerförmigen Blätter, die sich im Herbst goldgelb färben. Er ist ein diözischer (zweihäusiger) Baum, denn die weiblichen und männlichen Blüten sitzen auf getrennten Exemplaren.
Gesammelt und weiter verarbeitet werden die Blätter im Sommer. Im Herbst färben sich die Blätter goldgelb und werden wie bei einem Laubbaum abgeworfen. Ginkgo-Bäume können eintausend Jahre alt werden.
Die Inhaltsstoffe
Die Inhaltsstoffe der Blätter sind Flavonglykoside (z.B. Ginkolid), Bioflavone, Sitosterin, Laktone und Anthocyanin. Dieses von der Natur zusammengestellte Gemisch eignet sich besonders zur besseren Blutversorgung des Gehirns. Die heute in Apotheken angebotenen Ginkgo-Präparate werden aus Trockenextrakten aus Ginkgo biloba-Blättern hergestellt.
Die Qualität der Spezialextrakte wird durch ein bestimmtes Herstellungsverfahren sichergestellt. Auf dem Beipackzettel sollten folgende Werte angegeben sein:
22 bis 27 Prozent Flavonoidglykoside,
5 bis 7 Prozent Terpenlactone, davon 2,8 bis 3,4 Prozent Ginkgolide A, B, C,
sowie 2,6 bis 3,2 Prozent Bilobalid.
Weiteres Qualitätskriterium: Der Wert für die Ginkgolsäuren sollte unter 5 ppm liegen.
Die Wirkung
Extrakten aus Ginkgo-Blättern wird inzwischen eine Verbesserung der Fließeigenschaften (Mikrozirkulation) des Blutes, eine Steigerung der Gedächtnisleistung und des Lern- und Merkvermögens, eine verbesserte Regulierung von Gleichgewichtsstörungen, die Inaktivierung freier Sauerstoffradikale und der Einfluß auf den Neurotransmitter-Stoffwechsel im Gehirn bescheinigt. Dosisfindungsstudien und die Klärung des genauen Wirkmechanismus stehen bislang noch aus.
Die Anwendung
Als wissenschaftlich gesichert gilt die Anwendung von Ginkgo-Extrakten bei hirnorganisch bedingten Leistungsstörungen, zu denen Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmungen, Schwindel, Ohrensausen und Kopfschmerzen gehören.
Die Dosierung wird zur Verbesserung der Gedächtnisleistung mit 120 bis 240 mg täglich angegeben. Die Behandlungsdauer sollte mindestens acht Wochen bis drei Monate betragen. Zur Verbesserung der Durchblutung, speziell zur Verbesserung der Gehstrecke bei der „Schaufensterkrankheit“ (Claudicatio intermittens) werden täglich 120 bis 160 mg über einen Zeitraum von mindestens sechs Wochen empfohlen. Bei Schwindel und Tinnitus sind Dosierung und Behandlungsdauer ebenso.
Artikel geschrieben von Karin Springefeld






