Tausendgüldenkraut
Hilft dem „müden Magen“ und gegen Migräne
Das meist im Verborgenen wachsende „Tausendgüldenkraut“ muss sich keineswegs verstecken, denn es ist schön und sehr wirksam. Es regt die Bildung von Speichel und Magensaft an.
Die Heilwirkung der pflanzlichen Inhaltsstoffe (Hauptwirkstoffe sind Bitterstoffglykoside) ist überzeugend und in der Volksheilkunde lange bekannt und bewährt. Der bittere Geschmack der Droge deutet es schon an.
Offiziell zugelassen für die Anwendung ist „der Magen“. Dabei muss unterschieden werden, ob es sich um einen „saftlosen, müden Magen“ handelt oder um einen übersäuerten. Im zweiten Fall ist eher Vorsicht geboten.
Die Volksmedizin überliefert aber noch weitere Anwendungsmöglichkeiten:
Ein Tee hilft auch bei
- Blutarmut und Bleichsucht,
- Blutreinigung,
- Hautausschlägen,
- Leberleiden,
- Fettsucht,
- psychogen bedingter Essstörung,
- nervöser Erschöpfung für gestresste Mütter,
- Gallenbeschwerden.
In der Volksheilkunde wird das Tausendgüldenkraut auch als „Fieberkraut“ bezeichnet und so wundert es nicht, dass die Heilpflanze heute wieder als Mittel gegen Migräne zu neuen Ehren gekommen ist.

Nicht sammeln, kaufen
Gesammelt werden darf das Tausendgüldenkraut bei uns nicht, auch wenn es auf feuchten Wiesen und lichten Waldungen vorkommt und an den purpurfarbenen oder rosaroten Trugdolden gut zu erkennen ist.
Die einjährige Pflanze öffnet ihre Blüten nur bei strahlendem Sonnenschein. Sie ist standorttreu und kommt vor allem in den Mittelmeerländern, aber auch noch bis hinauf zu den Britischen Inseln und Skandinavien vor. Kultiviert wird sie nur in den USA.
Um die arzneilich wirksamen oberirdischen Pflanzenteile in Deutschland verarbeiten zu können, wird das luftgetrocknete Kraut aus Ländern wie Marokko, Bulgarien, Serbien oder Kroatien importiert.
Als Tee oder ein Wein zubereiten
Bei der Tee-Zubereitung ist ein Kaltauszug wirksamer. Dazu wird ein gehäufter Teelöffel Kraut mit ¼ Liter kaltem Wasser übergossen. Bei gelegentlichem Umrühren sechs bis zehn Stunden stehen lassen, dann durch ein Sieb geben und auf Trinktemperatur erwärmen. Jeweils vor den Mahlzeiten trinken.
Für einen Arzneiwein werden je 30 Gramm Tausendgüldenkraut und Pfefferminze gemischt, dazu eine ganze und unbehandelte Zitrone (in kleine Stücke geschnitten) und ein Liter Moselwein. Die Mischung zehn Tage stehen lassen, dann durch ein Sieb geben und jeweils vor den Mahlzeiten ein kleines Gläschen trinken.
Ein Zuviel bei der Dosierung ist kaum möglich, denn das verhindert schon der bittere Geschmack. Getreu dem Motto: „Eine Arznei muss bitter schmecken, sonst nützt sie nichts.“ Also, wenn es danach geht, ist auf das Tausendgüldenkraut – eine reine Bitterstoffdroge – Verlass.
Artikel geschrieben von: Karin Springefeld






