Gesund im Herbst mit Kastanien, Wein und Preiselbeeren
Was wir schon lange wussten, jetzt durch Studien belegt
Kastanien
Sättigende und nahrhafte Erkältungskiller
Lange bevor die Kartoffel als Volksnahrungsmittel eingeführt wurde, dienten Kastanien als Sättigungsbeilage und halfen über manche Hungersnot wegen schlechter Getreideernte.
Ab den Herbstmonaten ist die Castanea sativa, die europäische Esskastanie, auf vielen Märkten zu haben, aber nicht ganz billig. In der Küche ist die Esskastanie ein Tausendsassa und eignet sich für Gänsebratenfüllung, sättigende Suppen, opulente Desserts oder als Beigabe zu Wild, Rosenkohl, Karotten und Wirsing. Aus Kastanienmehl kann auch Kuchen und Brot gebacken werden.
Doch Kastanien schmecken nicht nur gut und machen satt, sie sind auch gesund. Sie enthalten viel Eiweiß, wenig Fett, viele Mineralien und Vitamine. Allein der Gehalt an Vitamin C ist so hoch wie bei Zitronen. Die süß schmeckenden Erkältungskiller enthalten doppelt so viel Stärke wie Kartoffeln, sind glutenfrei und fettärmer als Nüsse.
Schon Hildegard von Bingen schrieb zahllose Rezepte mit Kastanien nieder. In deutschen Küchen werden die Kastanien heute fast nur in der Pfanne gebraten oder im Ofen gebacken. Immer müssen sie dazu kreuzweise angeritzt werden, da sie sonst wie Geschosse durch die Küche fliegen. Dann folgt das langwierige Schälen, aber für den Genuss lohnt sich das.
In einigen Geschäften werden bereits fertig geschälte und gekochte Früchte angeboten. In Frankreich ist das Angebot am größten. Dort gibt es geschälte, getrocknete, eingelegte oder kandierte Maronen in Gläsern und Dosen. In Deutschland erleben die Kastanien jetzt ihre Wiedergeburt vom Volksnahrungsmittel zur Luxusbeilage.

Wein
Schützt Herz und Gefäße, beugt Rheuma und Alzheimer vor, tötet Bakterien und Viren
Wein feiert jetzt sein wissenschaftlich gestütztes Comeback. Fast galt er nur noch als Alkohol, der die Leber schädigt und abhängig macht.
Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation belegt aber nun altes Volkswissen: Wer täglich ein Glas Wein trinkt, lebt länger. Eine britische Studie hat gezeigt, dass mäßiges, aber regelmäßiges Weintrinken das Risiko eines Herzinfarkts um bis zu 25 Prozent senkt.
Amerikaner haben nachgewiesen, dass täglich ein Viertelliter Wein das Nierensteinrisiko um fast 40 Prozent verringert und in Frankreich hat eine Studie belegt, dass alte Menschen, die regelmäßig Rotwein trinken, seltener an Alzheimer erkranken.
Vor allem die Polyphenole, die im Wein enthalten sind, bewirken eine Gefäßweitstellung, halten die Gefäßwände elastisch, töten Bakterien und sogar Viren ab. Wein lässt Enzyme im Blut ansteigen, die Sauerstoffradikale werden neutralisiert. So werden diese gehindert, Krankheiten wie Rheuma, Krebs, Diabetes oder Alzheimer auszulösen.
Und noch besser: Wein lässt das herzschützende „gute“ Cholesterin ansteigen und verringert das schädliche Cholesterin.
Selbst die im Alter nachlassende Knochendichte kann Wein mit seinem östrogenisierenden Effekt verbessern, weil er die Tätigkeit der knochenaufbauenden Zellen steigert. Er verringert so das Risiko, an Osteoporose zu erkranken.
Auch die Haut profitiert von einem Gläschen Wein. Durch die Erhöhung des Stoffwechsels und die Weitstellung der Gefäße wird die Haut besser durchblutet, sieht gesünder aus und ist widerstandsfähiger.
Wer Wein als Medizin betrachten möchte, der muss sich unbedingt an den Spruch von Paracelsus halten: „Nur die Dosis macht, ob ein Ding nicht giftig sei“. Viel hilft hier wirklich nicht viel, im Gegenteil. Also, in Maßen genießen, je nach körperlicher Verfassung. Am besten abends vor dem Schlafengehen: Ein oder zwei Gläschen.
Wein macht übrigens nicht dick, sondern beschleunigt den Stoffwechsel. Kalorien werden schneller verbrannt. Das gilt nicht für Bier und Schnaps.
Extra Tipp: Wer im Urlaub Angst vor verunreinigtem Trinkwasser hat, mischt Wein zum Desinfizieren darunter.

Preiselbeeren
Beugen Entzündungen der Blase, Harnwege und Nieren vor
„Preiselbeersaft trinken“ – so die überlieferte Volksmedizin. „Wer zu Blasen- oder Harnwegsentzündung neigt, sollte täglich einen halben Liter trinken.
Wissenschaftlich fundiert ist inzwischen die Meinung, dass Preiselbeersaft zur Bekämpfung von Infektionen der Harnwege beiträgt. Die vorbeugende Wirkung ist allerdings besser als die heilende.
Der Grund: Die Beeren erhöhen den Säuregehalt des Urins, vor allem die Hippursäure, die Bakterien abtötet. Wie eine „Teflon Beschichtung“ umgeben die Inhaltsstoffe die Bakterien, die in den Harnwegen leben. So können die Bakterien sich nicht festsetzen und keine Infektionen in Blase, Nieren, Harnwegen und der Prostata verursachen.
Unklar ist noch, ob die infektionshemmende Wirkung der Preiselbeeren auch andere Entzündungen im Körper verhindern kann. Vermutlich ist der positive Einfluss in den Harnwegen auf die lange Verweildauer zurückzuführen. Auch wirkt Preiselbeersaft nicht bei allen Menschen gleich gut, weil manche Bakterientypen nicht auf die Preiselbeer-Sperre reagieren.
Bei einer weit fortgeschrittenen Entzündung von Blase, Harnwegen oder Nieren kann Preiselbeersaft nicht mehr helfen. Damit bleibende Schäden verhindert werden, müssen Infektionen der Harnwege ärztlich behandelt werden.
Wer aber zu ständig wiederkehrenden Infektionen neigt, kann vorbeugen und täglich ein bis zwei Gläser Preiselbeersaft mit Erfolg trinken. Eine geniale Methode und ein leckeres medizinisches Geschenk der Natur. Ein Löffelchen Preiselbeeren zum Wildbraten reicht für die Prophylaxe nicht.

Text: Karin Springefeld

